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UMSTRITTENE ERGEBNISSE

Studie zeigt: Deshalb sind Kiffer anfälliger für Corona

(FOTO: iStockphoto)

Egal ob Alkohol, Zigaretten oder auch illegale Drogen – laut einer neuen Studie sind selbst Geimpfte, die viel davon konsumieren, gefährdeter sich mit Corona anzustecken.

Forscher der Case Western Reserve University und des National Institute on Drug Abuse fanden in ihrer Studie heraus, das Menschen mit einer Sucht – egal ob Alkohol, Zigaretten, Marihuana oder Opioide – ein höheres Risiko für eine Corona-Ansteckung haben, und das, obwohl sie schon vollständig gegen Covid19 geimpft sind. Bei Kiffern ist laut der Studie die Wahrscheinlichkeit einer Infektion immer noch um 55 Prozent höher als bei Personen ohne Suchtproblem.

Für die Studie, die im Fachjournal „World Psychiatry“ veröffentlicht wurde, untersuchten die Forscher die Gesundheitsdaten von fast 580.000 Menschen in den USA mit und ohne Drogenkonsum. Dabei wurden Personen herangezogen, die zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 14. August 2021 vollständig gegen Covid-19 geimpft wurden und vor der Impfung nicht an Covid-19 erkrankt sind.

Von dieser Masse wurde in jeder Gruppe (also mit bzw. ohne Drogenkonsum) der Anteil jener Personen ermittelt, die sich mindestens zwei Wochen nach ihrer letzten Impfung mit Corona infizierten. Dabei zeigte sich, dass die Probanden, die etwas regelmäßig konsumierten (Alkohol, Zigaretten, Drogen), wesentlich anfälliger waren, als Personen ohne Sucht.

Kiffer besonders gefährdet
Konkret infizierten sich während der Studienphase 7 Prozent der Geimpften, die regelmäßig Suchtmittel konsumierten. Bei Geimpften ohne Suchtstörung waren es nur 3,6 Prozent. Wie groß das Risiko einer Infektion mit Corona ist, hängt aber offenbar auch von der konsumierten Substanz ab: Bei Tabak liegt es bei 6,8 Prozent, bei Opioiden bei 7,1 Prozent, bei Alkohol bei 7,2 Prozent, bei Kokain bei 7,7 Prozent und bei Cannabis bei 7,8 Prozent.

Nachdem die Studienautoren auch andere Risikofaktoren, wie etwa Alter, Lebensumstände und Vorerkrankungen herausgerechnet haben, war der Unterschied für das Ansteckungsrisiko zwischen Süchtigen und dem Rest nicht mehr so hoch, aber mit einer Ausnahme: Personen, die regelmäßig Graus rauchten, war die Wahrscheinlichkeit einer Durchbruchinfektion immer noch um 55 Prozent höher als bei Personen ohne Suchtproblem, obwohl sie tendenziell jünger waren und weniger Begleiterkrankungen aufwiesen.

Kritik an der Studie
Der stellvertretende Direktor der amerikanischen „National Organization for the Reform of Marijuana Laws“, Paul Armentano, kritisierte, dass nach wie vor unklar sei, wie hoch die Covid-19-Risiken für Cannabiskonsumenten sind, die keine Konsumstörung haben (nur diese wurden in der Studie berücksichtigt). Die untersuchten Daten seien nur von Menschen mit diagnostizierter Cannabiskonsumstörung gewesen, die aber nur eine „kleine und deutliche Untergruppe“ der Cannabiskonsumenten darstellen.

Tatsächlich hat die Studie einige Einschränkungen:  So handelt es sich etwa um eine Beobachtungsstudie. Das heißt: Es ist unklar, ob die Diagnosen korrekt sind. Außerdem wurden in der Studie nur Daten von Personen erfasst, die mit dem US-Gesundheitssystem in Kontakt standen. Personen, die sehr weit draußen auf dem Land wohnen oder keine Papiere besitzen, wurden möglicherweise gar nicht erfasst. Und auch über die Schwere der Durchbruchsinfektionen sagt die Studie nichts aus.

Quellen und Links:

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