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Anschlagspläne

Swift-Abgesagte: Terrorverdächtige wurden schon 6 Tage vorher observiert

Swift-Abgesagte: Terrorverdächtige wurden schon 6 Tage vorher observiert
FOTO: EPA-EFE/MAX SLOVENCIK/ROSSELLA PAPETTI
3 Min. Lesezeit |

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hat die geplanten Anschläge auf Taylor Swift-Konzerte vereitelt. Der Bericht der DSN zeigt auf, dass bereits am 2. August, sechs Tage vor dem ersten Konzerttermin, Hinweise auf die geplanten Anschläge vorlagen. Diese Informationen waren zunächst jedoch „noch nicht gerichtsverwertbar freigegeben“.

Die Informationen kamen von ausländischen Partnerdiensten und enthielten Details über einen mutmaßlichen 19-jährigen Einzeltäter, der sich eine Schusswaffe beschaffen wollte. Sollte dies misslingen, plante er den Anschlag mit Messern. Der Verdächtige, der in einem einschlägigen Telegram-Kanal als „Abu Dujana“ auftrat, wurde mithilfe seiner Telefonnummer und Telegram-Profil identifiziert.

Vorbereitung und Ermittlung

Nach gerichtlicher Ermächtigung wurde das Handy des Verdächtigen am 2. August um 17:30 Uhr erstmals geortet, und die Observation begann um 19:00 Uhr an seiner Adresse in Ternitz. Noch am selben Abend wurde auch der 17-jährige Freund des Hauptverdächtigen überwacht. Dieser war den Behörden bereits als Teil der radikalislamistischen Szene bekannt und war in Wien in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt.

Verdächtige Aktivitäten

Am 7. August um 7:36 Uhr wurde der 19-jährige Hauptverdächtige festgenommen. Vor der Festnahme wurde der Ortsteil in Ternitz, wo seine Eltern gemeldet waren, wegen Sicherheitsbedenken evakuiert. Über 40 Beamte, darunter Sprengstoffspezialisten und Roboter-Hunde, durchsuchten das Haus sorgfältig nach Sprengfallen.

Bei der Durchsuchung wurden in der Küche des Verdächtigen Materialien zur Herstellung einer unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) gefunden. Im Kühlschrank entdeckte man eine Flasche mit 45 Gramm TATP, einer explosiven Substanz. Dieses wurde aus Sicherheitsgründen sofort vernichtet. Weitere chemische Zutaten wie Aceton, schweflige Säure und Wasserstoffperoxid wurden sichergestellt, was laut Verteidiger Werner Tomanek „niemals eine funktionsfähige Bombe ergeben“ hätte.

Anschlagspläne und Beweggründe

Der Verdächtige gestand in seiner Erstbefragung, dass er am 8. oder 9. August nach Wien fahren wollte, um einen terroristischen Anschlag zu verüben. Ursprünglich plante er eine Selbstsprengung, inspiriert vom Attentat nach dem Ariana Grande-Konzert in Manchester 2017. Da er erkannte, dass seine Sprengstoffe nicht funktionierten, wollte er den Anschlag so einfach wie möglich durchführen und plante, vor dem Ernst-Happel-Stadion die Securitys zu beobachten und spontan zu handeln.

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Beteiligung des 17-jährigen Freundes

Der 17-jährige mutmaßliche Komplize des Hauptverdächtigen wurde ebenfalls am 7. August verhaftet. Er hätte beim Aufbau der Swift-Konzerte mitarbeiten sollen und war bereits beim Abbau des Rammstein-Konzerts in Klagenfurt tätig. Allerdings erfuhr er erst am 6. August, dass er im Happel-Stadion eingesetzt werden sollte, wie sein Chef bestätigte.

Nikolaus Rast, der Verteidiger des 17-Jährigen, betonte, dass sein Mandant keine Kenntnis von den Anschlagsplänen hatte. Der Hauptverdächtige hatte ihm zwar von seiner Planung erzählt, aber keine konkreten Details oder Sprengstoff gezeigt.

Fazit der Ermittlungen

Die DSN führt im Bericht aus, dass der 19-Jährige mit voller Absicht und Vorsatz handelte, um eine große Anzahl an Menschen zu töten oder zu verletzen. Neben den Anschuldigungspunkten des versuchten Mordes, der Vorbereitung eines Verbrechens durch Sprengmittel und vorsätzlicher Gemeingefährdung bleibt die genaue rechtliche Bewertung des Falls abzuwarten.