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Terroranschlag

Taylor-Swift-Attentäter bereitete sich in Wiener Moschee vor

Taylor-Swift-Attentäter bereitete sich in Wiener Moschee vor
FOTO: EPA-EFE/MAX SLOVENCIK/ROSSELLA PAPETTI/zVg
4 Min. Lesezeit |

Österreichische Behörden vereitelten einen geplanten Terroranschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien. Der 19-jährige Beran A. hatte detaillierte Pläne für eine Attacke mit Drohnenbomben und anderen Waffen geschmiedet. Nun wurden neue schockierende Details bekannt.

Ermittlungen offenbarten Anschlagspläne

Die Behörden haben beunruhigende Beweise gegen einen 19-jährigen Mann aus Niederösterreich sichergestellt. Er plante angeblich einen verheerenden Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert im Ernst-Happel-Stadion in Wien. Handyvideos, Chats und wiederhergestellte Dateien zeigen eine erschreckende Radikalisierung des jungen Mannes. Er plante, den Anschlag mit Drohnenbomben, Handgranaten und anderen Waffen durchzuführen, wie die Ermittlungsprotokolle enthüllen. Sein Ziel war es, „so viele Menschen wie möglich zu töten“, wie er nach seiner Verhaftung am 7. August gestand.

Radikalisierung über soziale Medien

Beran A. driftete offenbar seit 2023 zunehmend in extremistische Kreise ab, hauptsächlich durch Plattformen wie TikTok und Telegram. Diese Kanäle nutzte er, um seine Aufforderungen zum „Heiligen Krieg“ zu verbreiten und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Über Internet-Kontakte erhielt er abscheuliche Anweisungen, darunter die Nutzung von Drohnen für Bombenabwürfe und den Einsatz von Sarin-Gas. Seine Pläne wurden konkreter, als er den 9. August 2024 als Datum für den Anschlag festlegte – den Tag, an dem Taylor Swift in Wien auftreten sollte.

Imam bereitete ihn psychisch auf Tod vor

Beran A. bereitete sich intensiv auf seinen geplanten Anschlag vor. Neben physischen Übungen besorgte er sich Bauanleitungen für Waffen und bestellte die notwendigen Materialien im Internet. Unter anderem auch das Modell der Digitaluhr, das Bin stets getragen hatte. Ein Imam in Wien-Margareten half ihm, seine Angst vor dem Tod zu überwinden. Er wurde laut seiner Aussage, „im Zuge einer Teufelsaustreibung von meiner Furcht vor Schmerzen endgültig kuriert“. Nach dieser „Behandlung“ begann Beran A., sich mental und körperlich auf den „Tag X“ vorzubereiten. Besonders alarmierend ist, dass die mutmaßlichen Waffen, die er für seine Schießübungen verwendete, bis heute nicht gefunden wurden.

Die Rolle von Luca K. und ein weiterer Terrorverdächtiger

Ein weiterer zentraler Akteur in diesem Fall ist Luca K., ein 17-jähriger Freund von Beran A., der ebenfalls tief in die IS-Ideologie verwickelt war. Luca K. wurde kurz nach Beran A. verhaftet, als er im Ernst-Happel-Stadion half, die Bühne für das Taylor-Swift-Konzert aufzubauen. Ermittler gehen davon aus, dass er den Job nur angenommen hatte, um Beran A. unauffällig Zutritt zum Gelände zu verschaffen, damit beide den Anschlag gemeinsam ausführen konnten.

Luca K. war nachweislich seit längerer Zeit in extremistische Kreise verstrickt und soll auch an einem brutalen Angriff beteiligt gewesen sein. Am 7. Juli 2024 war er mit zehn weiteren Männern in einen Vorfall am Meidlinger Bahnhof verwickelt, bei dem vier Afghanen lebensgefährlich verletzt wurden. Wegen dieser Tat wird er in einem separaten Verfahren wegen absichtlich schwerer Körperverletzung vor Gericht stehen.

Partnersuche über das Internet

Beran A. und Luca K. teilten nicht nur ihre radikale Ideologie, sondern auch ihre Suche nach Frauen, die sich den Gesetzen der Scharia unterwerfen wollten. Über islamistische Partnerschaftsportale lernten beide junge Frauen kennen, die sich der extremistischen Ideologie anschlossen. Luca K. heiratete 2023 eine junge Österreicherin, die im Alter von 14 Jahren zum Islam konvertiert war. Kurze Zeit später erwartete sie ein Kind. Dennoch suchte Luca K. weiter nach weiteren Frauen, da er nach den Gesetzen der Scharia bis zu vier Ehefrauen haben darf. Seine erste Frau trennte sich schließlich von ihm.

Auch Beran A. heiratete im Frühjahr 2024 eine Frau, doch die Ehe wurde schnell für ungültig erklärt, als er erfuhr, dass seine Partnerin bereits verheiratet war. Diese Enttäuschung verstärkte seinen Hass auf die westliche Welt und insbesondere auf Frauen. Seine Radikalisierung verschärfte sich dadurch noch weiter. Beran A. fiel mehrfach negativ auf, unter anderem, weil er an seiner Berufsschule auf Mädchen losging, besonders nachdem seine Forderung nach einem Gebetsraum abgelehnt worden war.

Ein angeblicher Sinneswandel in der Haft

Nach seiner Festnahme behauptet Beran A. nun, sich von seinem radikalen Gedankengut distanziert zu haben. Er liest in seiner Zelle im Landesgericht Wiener Neustadt angeblich sowohl den Koran als auch die Bibel. „Ich weiß, dass ich auf einem falschen Weg gewesen bin“, sagt er heute. Luca K. behauptet ebenfalls, dass er niemals jemandem schaden wollte und durch falsche Freunde auf den „schlechten Weg“ geraten sei. Er beteuert, in Zukunft ein normales Leben führen zu wollen.

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Die Ermittlungen zu diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen, doch den beiden jungen Männern drohen lange Haftstrafen. Die Verhandlungen gegen sie werden voraussichtlich im Sommer 2025 stattfinden, und die Behörden arbeiten weiterhin intensiv daran, alle Details des vereitelten Anschlags aufzuklären.