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PROJEKT

Thaliastraße wird zum „Klima-Boulevard“ (FOTOS)

Sima/Prokop präsentieren verkehrsberuhigte Thaliastraße – ein „Klima-Boulevard für den 16. Bezirk“ (FOTO: PID/VOTAVA)

Umgestaltung startet im Juni: Mehr Grün, mehr Bäume, Cooling und mehr Verkehrssicherheit für die Einkaufsstraße im Herzen Ottakrings.

Es ist soweit: Der Zeitplan für die Neugestaltung der Thalisastraße vom Lerchenfelder Gürtel bis zur Feßtgasse steht: Im Juni geht es los: Durch Pflanzung von zahlreichen Bäumen und Gestaltung moderner Staudenbeeten sowie der Installation von Wasserspielen wird das Mikroklima im stark verbauten Gebiet verbessert. Zugleich wird die Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen durch Straßenumbaumaßnahmen sowie zusätzliche Beleuchtungen gesteigert. Mit bis zu 6 m breiten Gehsteigen wird die Thaliastraße zum „Boulevard“, wo FußgängerInnen sicher und angenehm flanieren können.

Im Juni starten die Arbeiten für den 1. Bauabschnitt. „Ich freue mich auf die Aufwertung dieser so zentralen Straße in meinem Heimatbezirk, im Zentrum steht auch auf dieser stark genützten Straße abschnittsweise Begrünung und Cooling, um auf die klimawandelbedingten Hitzeinseln zu reagieren und den Aufenthalt in der Einkaufsstraße angenehmer zu gestalten. Der Wunsch nach Bäumen und Cooling-Maßnahmen wurde von Seiten der Ottakringerinnen und Ottakringer massiv eingefordert und wir kommen diesem Wunsch natürlich nach, ist unser Ziel stadtweit die Bekämpfung der Hitzeinseln. Allein in Abschnitt 1 kommen 91 neue Bäume“, so Sima. „Die Herausforderungen in der Planung waren groß, ist die Thaliastraße doch eine zentrale Verkehrsader in Ottakring und auch die Bim fährt im 4-6 Minuten-Takt, was natürlich so bleiben wird“, so Planungsstadträtin Ulli Sima.

Bezirksvorsteher Franz Prokop: „Mein Dank gilt allen, die so intensiv am Beteiligungsverfahren mitgearbeitet haben, das Ergebnis ist großartig. Trotz Corona konnten wir die Bevölkerung und die Wirtschaftstreibenden breit einbinden und deren Wünsche einfließen lassen. Durch die baulichen Maßnahmen schaffen wir mehr Platz und sorgen für mehr Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen und zugleich schaffen wir zahlreiche Oasen, die zu jeder Jahreszeit ihren Charme haben“.

Breite BürgerInnenbeteiligung trotz Corona
Von April bis September 2020 organisierten Bezirksvorstehung und Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB*) eine umfassende Beteiligung. AnrainerInnen, StraßennutzerInnen und Geschäftsleute waren eingeladen, ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen zur Neugestaltung einzubringen. „Es ist schön zu sehen, wie engagiert die Ottakringerinnen und Ottakringer mit ihren Ideen an der Neugestaltung ,ihrer‘ Thaliastraße mitwirken. Die Gebietsbetreuung Stadterneuerung hat – coronabedingt vor allem online – die Wünsche und Ideen der Anrainerinnen und Anrainer gesammelt. Selbst mitzureden macht Spaß – und stärkt die Nachbarschaft“, so Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal, die für die Gebietsbetreuung zuständig ist.

Neben online-Befragungen nutzten auch viele AnrainerInnen weitere Beteiligungsformate, um sich zu informieren und sich einzubringen – wie Videochats, einen Ideenbriefkasten, das E-Mailservice und telefonischen Kontakt.

An fünf Terminen wurde via Live-Videochat mit ExpertInnen zu unterschiedlichen Themen diskutiert und Fragen der Teilnehmenden beantwortet. Im Sommer konnten vier Gesprächstermine vor Ort in der Thaliastraße stattfinden. Viele BewohnerInnen und Geschäftstreibende nutzten diese Gelegenheit mitzureden und Ideen für die Neugestaltung einzubringen. Mehr als 2.000 Personen brachten sich mittels Online-Fragebogen ein, am gesamten Prozess haben sich fast 3.000 Menschen beteiligt.

Begegnung auf Augenhöhe
Die starre Trennung von Fahrbahn und Gehbereich wird mittels einer fast niveaugleichen Ausgestaltung der Thaliastraße aufgebrochen. Zukünftig wird ein nur mehr drei Zentimeter hoher Randstein die Fahrbahn von Gehweg beziehungsweise Parkstreifen trennen. Die Gehsteige selbst werden bis zu den bestehenden Gleisen vorgezogen. Dadurch ergibt sich eine Erweiterung der Gehsteigbreite auf etwa sechs Meter und eine Schaffung neuer Aufenthaltsflächen sowie Mikrofreiräume.

Klimafitte Straße – Mehr Platz, mehr Bäume mehr Sicherheit
Entlang des gesamten Straßenzuges werden zahlreiche Bäume, viele Sitzmöbel, etliche Trinkbrunnen sowie Nebelstelen und drei Wasserspiele installiert. In Summe sieht der heurige Bauabschnitt die Neupflanzung von 91 neuen Bäumen in der Thaliastraße sowie den angrenzenden Seitengassen vor.

Um neben den zahlreichen Baumpflanzungen in den heißen Sommermonaten für nötige Erfrischung und Spaß zu sorgen, werden 23 Nebelstelen, drei Wasserspiele mit Bodendüsen und ein Dutzend Trinkbrunnen errichtet. Das bei allen Wasserelementen anfallende Wasser wird in die angrenzenden Grünflächen als zusätzliche Bewässerung geleitet.

Konsumfreie Räume und ein begrüntes Wartehäuschen
Für eine Verbesserung der Lichtsituation und ein angenehmes Ambiente werden zehn neue Leuchten in den Bereichen der künftigen Aufenthaltszonen sorgen. Zum konsumfreien Verweilen und Kommunizieren sollen entlang des ersten Bauabschnittes zwischen Gürtel und Feßtgasse rund 120 Sitzgelegenheiten einladen. Die Station Feßtgasse stadtauswärts wird etwas nach Osten verschoben, sodass ein Wartehäusschen Platz findet. Das Wartehäuschen wird begrünt und trägt damit auch zur Kühlung der Umgebung bei.

Die Wendgasse wird – anschließend an die Straßenbahnhaltestelle – als erweiterter Platzbereich der Thaliastraße gestaltet. Sitzmöglichkeiten unter schattenspendenden Bäumen und ein groß angelegtes Wasserspiel sorgen dabei für Erholung und Abkühlung. Hierfür wird die Wendgasse künftig als Sackgasse von der Bachgasse kommend geführt.

Vorplatz am Hofferplatz wird cooler Aufenthaltsort
Ein weiteres Highlight ist der Vorplatz des Familienfreibades am Hofferplatz. Hier werden zehn Bäume gepflanzt und zwei Wasserspiele errichtet. Ein großer betonsteingepflasterter Aufenthaltsbereich inklusive elf Sessel, drei Tischen und einer Bank laden künftig zum konsumfreien Verweilen, Spielen und Kommunizieren ein. Die dort befindliche CityBike Station wird in die die Seitengasse versetzt und somit mehr Platz geschaffen.

Leichter erreichbar mit dem Fahrrad
In den Quergassen der Thaliastraße zwischen Gürtel und Feßtgasse wird künftig Radfahren gegen die Einbahn ermöglicht, nur in der Liebhartsgasse zwischen Bachgasse und Thaliastraße ist es aufgrund des Straßenquerschnitts nicht möglich. Zusätzlich wird die Verkehrssicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen durch Fahrbahnanhebungen in sämtlichen Quergassen an den Einmündungen zur Thaliastraße ohne Ampelanlagen erhöht. Zudem wird das bereits bestehende Angebot der Radabstellanlagen im gesamten Projektbereich erweitert. Mit Ausnahme der Straßenbahn wird die Höchstgeschwindigkeit in der Thaliastraße im attraktivierten 1 Teilabschnitt vom Gürtel bis zur Feßtgasse 30 km/h betragen, ein Ausbremsen der Öffis wird es in der Klimamusterstadt nicht geben.