Ein TikTok-Trend unter Schülerinnen sorgt bei Gesundheitsexperten für Beunruhigung – und die Risiken sind größer als gedacht.
Ein auf TikTok kursierender Trend zieht derzeit die Aufmerksamkeit von Gesundheitsexperten auf sich: Schülerinnen und junge Frauen tragen Lip-Plumper gezielt auf Hals, Dekolleté oder im Gesicht auf, um künstliche Hautrötungen zu provozieren, die Krankheitssymptome imitieren sollen – mit dem Ziel, dem Schulbesuch oder der Arbeit fernzubleiben. Fachleute schlagen angesichts dieser Praxis Alarm. Bei Lip-Plumpern handelt es sich um Kosmetikprodukte, deren reizende Wirkstoffe – darunter Menthol, Chiliextrakt oder Zimt – einen vorübergehenden Volumeneffekt auf den Lippen bewirken. Werden diese Mittel jedoch auf anderen Körperstellen aufgetragen, entstehen teils ausgeprägte Rötungen, die optisch einem flächigen Hautausschlag ähneln können.
Viraler Schwindel
Auf der Plattform TikTok teilen Mädchen und junge Frauen offen, wie sich dieser Trick möglichst wirkungsvoll anwenden lässt. Eine Nutzerin zeigt ihr stark gerötetes Gesicht und kommentiert: „Ich war so durch mit der Arbeit, dass ich mir Lip-Plumper im Gesicht aufgetragen habe, damit ich wegen einer selbst verursachten Reaktion nach Hause geschickt werde.“ Eine andere Content-Creatorin präsentiert ihren „besten Trick zum Schwänzen“, der zudem „super easy“ sein soll: Dabei trägt man punktuell Lip-Plumper auf das Dekolleté auf und reibt sie dann in kreisenden Bewegungen ein.
@blondebeachmermaid
Gesundheitliche Risiken
Was als harmloser Schwindel erscheinen mag, kann jedoch ernsthafte Folgen für die Haut haben. Denn zahlreiche Lip-Plumper enthalten Substanzen, die als potenziell erbgutschädigend und krebserregend eingestuft werden: In acht von zehn Lip-Plumpern wurden Inhaltsstoffe wie Titandioxid, Polybutene, Paraffin oder Cera Microcristallina nachgewiesen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät von der Verwendung von Produkten auf Mineralölbasis ab, da diese das Erbgut schädigen und das Krebsrisiko erhöhen können.
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Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken birgt die Methode noch ein weiteres Problem: Auch Lehrkräfte und Arbeitgeber sind auf TikTok aktiv. Wer beim Einsatz dieses Tricks entdeckt wird, riskiert neben möglichen Hautreaktionen auch disziplinarische Konsequenzen.