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Umwelterfolg

Totschnig jubelt: Pfandsystem übertrifft alle Erwartungen!

Totschnig jubelt: Pfandsystem übertrifft alle Erwartungen!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Mit über 80 Prozent Rücklaufquote übertrifft Österreichs Einwegpfandsystem alle Erwartungen. Die Millionen-Investition in Automaten und Sortieranlagen zahlt sich aus.

Das Einwegpfandsystem in Österreich hat seine Bewährungsprobe bestanden. Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurden die Mindestanforderungen der österreichischen Pfandverordnung übertroffen. Umweltminister Norbert Totschnig bezeichnete das System als „Musterbeispiel für ein funktionierendes System“.

Der Bund investierte erheblich in die Infrastruktur: 80 Millionen Euro flossen in Rückgabeautomaten, weitere 60 Millionen in Sortieranlagen. Laut Totschnig ist das Pfandsystem entscheidend für die Erreichung der EU-Sammelziele und die Sicherstellung des vorgeschriebenen Recyclinganteils bei PET-Flaschen.

Beeindruckende Rücklaufquote

Die Zahlen sprechen für sich: Von den zwei Milliarden Pfandflaschen und -dosen, die 2025 in Umlauf gebracht wurden, kamen bis Jahresende 1,4 Milliarden zurück. Unter Berücksichtigung des Gewichts und einer durchschnittlichen Umlaufzeit von 51 Tagen zwischen Verkauf und Rückgabe ergibt sich die erreichte Quote von 81,5 Prozent.

„Somit finden mehr als acht von zehn Pfandgebinden den Weg zurück in den Kreislauf“, erläuterte Monika Fiala, Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich. Landesweit wurden etwa 3000 Produkte mit dem Pfandlogo versehen. Mit 6400 Rücknahmeautomaten verfügt Österreich über die „zweithöchste Dichte in ganz Europa“.

Die Vorteile des Systems gehen über die reine Sammlung hinaus. Fiala betonte die Bedeutung der „sortenreinen Sammlung“, die das Recycling effizienter macht, da Getränkehersteller die Materialien nach Farbe und Material sortiert zurückkaufen können.

Dies ist besonders relevant, da die EU seit 2025 einen Mindestanteil von 25 Prozent Rezyklat in PET-Flaschen vorschreibt. Die genauen Zahlen für Österreich werden laut Fiala im März veröffentlicht.

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Das vergangene Jahr diente als Übergangsphase und stellte trotz des Erfolgs eine „Herausforderung für alle Beteiligten“ dar. Die Übergangsregelung erlaubte, dass Produkte mit Pfandlogo ab 1. Jänner 2025 verkauft wurden, während die Produktion ohne Logo noch bis Ende März möglich war.

Bereits abgefüllte Produkte ohne Logo durften bis Jahresende verkauft werden. Der Großteil dieser Umstellung war bereits im Frühjahr „fast abgeschlossen“.

Künftige Herausforderungen

Um die angestrebte Quote von 90 Prozent zu erreichen – und damit die entsprechende EU-Richtlinie zwei Jahre früher als gefordert zu erfüllen – setzt man im kommenden Jahr verstärkt auf Verbraucherinformation. Eine aktuelle repräsentative Erhebung im Auftrag von Recycling Pfand Österreich zeigt Handlungsbedarf: Erst neun von zehn Bürgern wissen, dass pfandpflichtige Einwegverpackungen am österreichischen Pfandsymbol erkennbar sind.

Die Akzeptanz des Systems ist dennoch hoch: Etwa drei Viertel der Befragten befürworten das 25-Cent-Modell, und 85 Prozent fühlen sich ausreichend informiert.

Verbesserungsbedarf besteht allerdings bei der Barrierefreiheit. Der Österreichische Behindertenrat kritisierte, dass die Rückgabeautomaten für bestimmte Personengruppen nicht selbständig nutzbar seien – darunter blinde und stark sehbehinderte Menschen, kleinwüchsige Personen, Rollstuhlnutzer und Menschen mit eingeschränkter Handfunktion.

Fiala verwies darauf, dass bei der Systemumstellung auf „eine vielfach bereits vorhandene Infrastruktur“ zurückgegriffen werden musste. Der Behindertenrat fordert, Barrierefreiheit bei künftigen Zertifizierungen als Kriterium festzulegen, „damit alle Menschen die Möglichkeit haben, ihr Pfand zurückzubekommen.“

Die Entwicklung des Pfandsystems ist noch nicht abgeschlossen. Bis 2027 soll die Sammelquote auf 90 Prozent steigen.

Totschnig zeigte sich zuversichtlich und betonte, dass anfängliche Schwierigkeiten rasch behoben werden konnten.

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KO KOSMO-Redaktion
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