Der italienische Tennisspieler Jannik Sinner hat die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Konditionstrainer Marco Panichi beendet. Ausschlaggebend für diesen Schritt war ein Vertrauensbruch: Panichi hatte vertrauliche Informationen aus der Umkleidekabine an Medien weitergegeben.
Besonders ein Detail brachte das Fass zum Überlaufen – der Trainer hatte öffentlich preisgegeben, dass Sinner nach seiner Niederlage im French-Open-Finale 15 Minuten lang in der Kabine geweint hatte. Eine Enthüllung, die für den Weltranglistenersten eine klare Grenzüberschreitung darstellte.
Die Entlassung traf nicht nur Panichi, sondern auch Physiotherapeut Ulises Badio, obwohl dieser nicht direkt für die Indiskretionen verantwortlich war. Da beide Spezialisten jedoch stets als Einheit betrachtet wurden, endete die Zusammenarbeit für beide gleichzeitig.
Interessanterweise hat sich der Weltranglistenerste selbst in Interviews zurückhaltender über die Gründe der Trennung geäußert. Sinner betonte mehrfach, dass es keinen einzelnen dramatischen Vorfall gegeben habe, der zur Entlassung führte. Vielmehr sprach er von einer bewussten Entscheidung für Veränderungen, um seiner Karriere neue Impulse zu geben.
Panichis neue Aufgabe
Für Panichi bedeutete das Aus bei Sinner keineswegs das Ende seiner Karriere im Spitzentennis. Bereits beim anstehenden Masters-Turnier in Cincinnati (7.–18. August) wird der Konditionsspezialist im Team des dänischen Tennisprofis Holger Rune arbeiten. Dies wurde inzwischen offiziell vom Management des dänischen Tennisprofis bestätigt.
Geteilte Meinungen
In der Tennisszene sorgte Sinners Entscheidung für unterschiedliche Reaktionen. Während einige Beobachter den Schritt als notwendige Konsequenz zum Schutz der eigenen Privatsphäre und als Zeichen professioneller Arbeitsethik werten, sehen andere darin übertriebene Empfindlichkeit des Italieners.