Zwischen Hoffnung und Skepsis: Während Trump von „erheblichen Zugeständnissen“ Moskaus spricht, dämpft der Kreml Erwartungen an ein baldiges Treffen der Kriegsparteien.
Der US-Präsident bestätigte auf Nachfrage einer Journalistin, dass er erneut mit dem russischen Staatschef telefoniert habe. Jede Unterredung mit Putin sei „ein gutes Gespräch“, erklärte Trump. Er würdigte abermals Putins Bereitschaft, nach Alaska zu reisen, was aus seiner Sicht ein „deutliches Zeichen“ dafür gewesen sei, dass der Kremlchef den Konflikt beenden wolle.
„Und dann wird leider eine Bombe nach Kiew oder irgendwo anders geschickt, und dann werde ich sehr wütend darüber“, führte Trump aus. Er habe angenommen, dieser Konflikt ließe sich am einfachsten lösen, fügte er hinzu und schloss mit den Worten: „Im Krieg passieren seltsame Dinge.“
Russische Zugeständnisse
Nach Einschätzung von US-Vizepräsident JD Vance hat Moskau bei Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Krieges „erhebliche Zugeständnisse“ signalisiert. „Sie waren tatsächlich bereit, bei einigen ihrer Kernforderungen flexibel zu sein. Sie haben darüber gesprochen, was notwendig wäre, um den Krieg zu beenden“, erläuterte Vance in einem NBC-Interview.
Russland habe zugestimmt, „dass die Ukraine nach dem Krieg ihre territoriale Integrität behalten wird. Sie haben erkannt, dass sie in Kiew kein Marionettenregime installieren können“. Der Vizepräsident betonte, die Russen hätten Trump „zum ersten Mal in dreieinhalb Jahren dieses Konflikts erhebliche Zugeständnisse gemacht“.
Allerdings lassen sich diese Aussagen nicht durch offizielle russische Verlautbarungen oder unabhängige diplomatische Quellen bestätigen. Der Kreml wiederholt weiterhin Forderungen, die von ukrainischer und westlicher Seite als Kapitulationsbedingungen gewertet werden – etwa die Anerkennung russischer Annexionen und eine dauerhafte Neutralität der Ukraine.
Vance stellte klar, dass die Vereinigten Staaten keine Truppen entsenden würden, um ein Friedensabkommen durchzusetzen. „Der Präsident hat sich sehr klar ausgedrückt. Es wird keine Bodentruppen in der Ukraine geben.“ Gleichwohl würden die USA weiterhin aktiv daran mitwirken, den Ukrainern die nötigen Sicherheitsgarantien und das erforderliche Vertrauen zu vermitteln, um den Konflikt ihrerseits zu beenden – und zugleich den Russen das Gefühl zu geben, dass auch sie den Krieg beenden könnten.
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Verzögerte Friedensgespräche
Die Aussichten auf ein von Trump in Aussicht gestelltes baldiges Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und Kremlchef Wladimir Putin haben sich nach Äußerungen aus Moskau jedoch deutlich eingetrübt. Außenminister Sergei Lawrow betonte, ein solches Treffen müsse gründlich vorbereitet sein, und wiederholte bekannte Forderungen, die eher Kapitulationsbedingungen für die Ukraine als ein ernsthaftes Friedensangebot darstellen.
Die seit Mai laufenden direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau auf niedrigerer Ebene zeigen bislang kaum Fortschritte. Mehrere diplomatische Analysen bestätigen, dass in diesen Gesprächen keine substanziellen Kompromisse über die territoriale Integrität der Ukraine erzielt wurden.
Angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine äußerte Trump am Freitag, dass es bis zu einem Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien noch Wochen dauern könnte. Er rechne damit, dass sich in den kommenden zwei Wochen die weitere Entwicklungsrichtung abzeichnen werde.
Den genauen Zeitpunkt des erneuten Gesprächs ließ Trump offen. Der US-Präsident hatte Putin am 15. August in Alaska empfangen. Drei Tage später, am 18. August, war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gemeinsam mit europäischen Staats- und Regierungschefs – darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz – nach Washington gereist.
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