Ein humanoider Roboter, konzipiert für den Krieg – und schon jetzt im ukrainischen Konflikt im Gespräch.
In San Francisco arbeitet das Start-up Foundation Robotics an einem humanoiden Roboter namens Phantom, der für den militärischen Einsatz konzipiert ist. Vorrangig sind dabei unterstützende Funktionen vorgesehen – darunter die Versorgung mit Nachschub, Aufklärungsmissionen sowie die Bergung von Ausrüstung und verletzten Soldaten. Erprobt wird die Technologie sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Ukraine.
Von der US-Armee erhielt Foundation Robotics Forschungsaufträge im Gesamtwert von 24 Millionen Dollar. Während die Tests auf amerikanischem Boden bislang auf gefahrlose Szenarien beschränkt bleiben, steht in der Ukraine bereits die potenzielle Bewaffnung des Roboters zur Diskussion.
Langfristige Ambitionen
Unternehmensgründer Sankaet Pathak verfolgt langfristig das Ziel, Phantom als sogenannten „Frontline“-Roboter einzusetzen, der selbständig Bedrohungen neutralisieren kann. Bis 2027 strebt er eine Jahresproduktion von 40.000 Einheiten an – bei einem angestrebten Stückpreis von unter 20.000 Dollar.
Ethische Einwände
Skeptiker bezweifeln allerdings, dass die Technologie schon bald einsatzbereit sein wird. Selbst grundlegende Handlungen wie das Öffnen von Türen oder das zuverlässige Greifen von Gegenständen gelten nach wie vor als ungelöste technische Probleme.
Parallel dazu gewinnen ethische Einwände an Gewicht. Nicole van Rooijen von der Organisation Stop Killer Robots warnt, dass autonome Waffensysteme die Hemmschwelle für Konflikte senken könnten und Verantwortlichkeiten unklar blieben. Besonders humanoide Roboter könnten durch ihre menschenähnliche Erscheinung falsche Sicherheit vermitteln.
Dem aktuellen Prototyp fehlt unter anderem noch eine Batterie, zudem ist er weder staub- noch wasserfest. Die Nachfolgeversion Phantom MK-2 soll eine Betriebsdauer von rund sechs Stunden erreichen und nach einem Sturz selbständig wieder aufstehen können.