Blutsauger als Wirtschaftsmotor: Rumänien setzt auf die Dracula-Legende und plant einen gigantischen Themenpark mit sechs Erlebniswelten nahe Bukarest.
Milliarden-Investment
Rumänien plant gigantischen Dracula-Themenpark als Milliarden-Investment. Ein ambitioniertes Großprojekt soll Rumänien auf die internationale Freizeitkarte setzen. In der Nähe von Bukarest entsteht mit „Dracula-Land“ ein umfassender Themenpark, der sich vollständig der Vampir-Mythologie und rumänischen Volkssagen widmet. Das Vorhaben verspricht laut Projektverantwortlichen, neue Standards für die europäische Unterhaltungsbranche zu etablieren.
Die populäre Vorstellung von Dracula entstammt dem gleichnamigen Roman des irischen Autors Bram Stoker aus dem Jahr 1897. Stoker schuf darin die fiktive Gestalt eines blutsaugenden Adligen, der in seinem Schloss in den Karpaten residiert und später London heimsucht. Während der literarische Vampir nie existierte, orientierte sich Stoker teilweise an der historischen Persönlichkeit Vlad III., bekannt als „der Pfähler“.
Der walachische Heerführer des 15. Jahrhunderts, dessen Beiname „Draculea“ lautete, erlangte durch seine brutalen Kriegsmethoden Berühmtheit und prägt bis heute den Dracula-Mythos. Die Vampir-Thematik wurde über die Jahrzehnte in zahlreichen Medienformaten neu interpretiert. Von der US-Fernsehserie „Buffy – im Bann der Dämonen“ bis zur „Twilight“-Filmreihe stehen Blutsauger immer wieder im Mittelpunkt und begeistern ein weltweites Publikum.
Milliarden-Projekt
Das Projekt basiert auf privaten Investitionen von über einer Milliarde Euro. Auf einem 160 Hektar großen Gelände soll ein kombinierter Freizeit-, Kultur- und Technologiekomplex entstehen, der jährlich Millionen Besucher anziehen könnte. Das Kernstück bildet ein Themenpark mit 780.000 Quadratmetern Fläche.
Die Planungen umfassen sechs thematisch unterschiedliche Erlebniswelten mit mehr als 40 Hauptattraktionen. Jeder Bereich soll eigene Narrative entwickeln und verschiedene Aspekte der Dracula-Legende sowie internationaler Vampir-Mythologien beleuchten. Die Konzeption sieht unter anderem Themenbereiche wie „Transsylvanien“ mit Achterbahnen, nachgebauten Dörfern und Waldlandschaften vor.
„Draculas Schloss“ wird als düstere Burganlage mit Ruinen, Labyrinth und diversen Fahrgeschäften konzipiert. Auch familienfreundliche Zonen und mythologische Figuren aus verschiedenen Kulturkreisen sind vorgesehen. Ergänzend zum Themenpark entsteht eine multifunktionale Arena für 22.500 Zuschauer.
Umfassendes Angebot
Die Übernachtungsmöglichkeiten umfassen drei thematisch gestaltete Hotels mit insgesamt etwa 1200 Zimmern. Das Angebot wird durch einen großzügigen Wasserpark und einen Spa- und Thermalbereich von rund 50.000 Quadratmetern komplettiert, der eines der größten Wellenbecken Europas beherbergen soll.
Zum Gesamtkonzept gehört zudem eine 4,5 Kilometer lange Rennstrecke für Motorsportveranstaltungen und Freizeitaktivitäten. Abgerundet wird das Angebot durch ein Luxus-Outlet für Mode, Möbel und Inneneinrichtung, das in Kooperation mit Unternehmen aus Mailand und Florenz entwickelt wird.
Ein weiteres Element von Dracula-Land ist ein Business- und Technologie-Campus mit mehr als 1000 Arbeitsplätzen. Hier sollen Start-ups aus den Bereichen Gaming, künstliche Intelligenz und digitale Wirtschaft angesiedelt werden, um Unterhaltung und Technologie stärker zu verknüpfen.
Detaillierte Informationen zu Bauphasen und Fertigstellung fehlen derzeit noch. Nach Angaben der Projektverantwortlichen befindet sich Dracula-Land aktuell in der Planungsphase.
Auf der offiziellen Webseite wird allerdings bereits 2027 als mögliches Eröffnungsjahr genannt.