Start Infotainment Kurios
Vaterschaftsstreit

Vaterschaft trotz Online-Dating: Gericht urteilt!

Online-Dating
(Foto: iStock)

Eine ungewöhnliche Begründung für Zweifel an der Vaterschaft brachte jüngst ein Fall in Frankfurt vor Gericht: Ein Mann verneinte seine Vaterschaft mit dem Hinweis auf das Kennenlernen der Mutter via Online-Dating-Plattform, was seiner Meinung nach Mehrfachpartnerschaften implizierte. Diese Annahme hielt jedoch einer juristischen Überprüfung nicht stand.

Der Fall und seine Hintergründe

Das zentrale Argument des Mannes gegen seine Vaterschaft basierte auf der Behauptung, das Kennenlernen auf einer Datingplattform lege nahe, dass die Mutter auch mit anderen Männern sexuell aktiv gewesen sein könnte. Eine Auffassung, die er vor dem Oberlandesgericht Frankfurt (1 UF 75/22) vertrat, in der Hoffnung, die Vaterschaft anzufechten.

Wissenschaftliche Beweisführung contra Vermutungslogik

Entscheidend gegen die Argumentation des Mannes sprach ein Abstammungstest. Mit einer genetischen Übereinstimmung von 99,9 Prozent bestätigte das Gutachten unwiderlegbar seine Vaterschaft für das im Jahr 2020 geborene Kind. Das Gericht urteilte unmissverständlich, dass die Umstände des Kennenlernens über eine Online-Plattform allein keine substanziierten Zweifel an der Vaterschaft begründen können.

Fehlende Details und gerichtliche Einschätzung

Ein weiterer Schwachpunkt in der Argumentation des Vaters war das Fehlen konkreter Angaben über eventuelle andere sexuelle Kontakte der Mutter. Ohne detaillierte Informationen zu weiteren möglichen Vätern – wann, wo und mit wem solche Kontakte stattgefunden haben könnten – ließen sich die geäußerten Zweifel nicht untermauern.

Das Gericht machte in seiner Entscheidung deutlich, dass die bloße Annahme von Mehrfachpartnerschaften durch das Online-Dating keine hinreichende Basis für die Anfechtung der Vaterschaft darstellt. Die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unterstreicht die Bedeutung dieses Urteils für ähnlich gelagerte Fälle und betont die Notwendigkeit konkreter Beweise bei der Anfechtung der Vaterschaft.