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Marienerscheinung

Vatikan erkennt Medjugorje als Wallfahrtsort an

Vatikan erkennt Medjugorje als Wallfahrtsort an
(FOTO: iStock/blazekg)
3 Min. Lesezeit |

Die vatikanische Glaubenskongregation hat weltweit Marienerscheinungen und Wunder neu bewertet. Diese Woche stand Medjugorje, ein bekannter Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina, im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernández hat dem Pilgerort ein positives Urteil ausgestellt. Dieser ist wegen seiner angeblichen 40.000 Marienerscheinungen zu einem bedeutenden Ziel für Katholiken aus aller Welt geworden.

Ein spirituelles Zentrum in Bosnien-Herzegowina

Medjugorje, ein kleines Dorf mit etwa 2300 Einwohnern, hat sich im Laufe der Jahre zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte für katholische Gläubige aus Ost- und Südeuropa entwickelt. Jährlich besuchen etwa drei Millionen Pilger diesen Ort, vergleichbar mit der Pilgerzahl im französischen Lourdes. Der Ursprung dieser religiösen Verehrung geht auf das Jahr 1981 zurück, als auf einem Hügel nahe der Ortschaft sechs Jugendliche im Alter von zehn bis sechzehn Jahren behaupteten, die Jungfrau Maria gesehen zu haben.

Entscheidung des Vatikans

Die Umstände der ersten Marienerscheinungen sind bis heute umstritten. Es wurde behauptet, einige der Jugendlichen hätten vor der Vision Haschisch geraucht, jedoch bleibt dies unbelegt. Trotz dieser Unsicherheiten gibt es seitdem nahezu tägliche Berichte über Erscheinungen der Muttergottes, gesehen von sogenannten „Seherinnen“ und „Sehern“. Diese Kontinuität und die große Anzahl der Visionen – angeblich mehr als 40.000 – machen Medjugorje einzigartig in der katholischen Welt.

Positives Urteil, aber keine Verpflichtung zum Glauben

Das Glaubensdikasterium des Vatikans hat nach eingehender Prüfung dem Phänomen von Medjugorje ein „nihil obstat“ (nichts steht der Verehrung entgegen) erteilt. Diese Bewertung bedeutet zwar nicht, dass die Erscheinungen übernatürlich sind oder die Gläubigen verpflichtet sind, daran zu glauben, doch sie betont, dass die Gläubigen durch die spirituellen Angebote in Medjugorje positive Anregungen für ihr christliches Leben erhalten können.

Klärungsbedarf bei Botschaften

Die Note der Glaubenskongregation stellt klar, dass die vielen positiven Botschaften aus Medjugorje nicht zwangsläufig auf einen übernatürlichen Ursprung hinweisen. Bei der Erwähnung von Botschaften der Muttergottes müsse stets von ‚mutmaßlichen Botschaften‘ gesprochen werden. Der Heilige Geist wirke jedoch fruchtbar zum Wohl der Gläubigen und unterstreiche somit den pastoralen Wert dieses Phänomens.

Einige Botschaften, die von Tadel und Drohungen handeln, bedürfen genauerer Klarstellung. In diesen Fällen zeigt sich die Jungfrau Maria verstimmt über unbeachtete Anweisungen oder macht bedrohliche Andeutungen. Es wird betont, dass solche Botschaften nicht die Position des Pfarrers oder des Pastoralrates ersetzen können, insbesondere wenn es um gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse geht.

Papst-Gesandter überprüft Botschaften

Bischof Petar Palic von Mostar-Duvno betonte in einem Dekret, dass die Marienverehrung in Medjugorje weiterhin frei ausgeübt werden kann. Entscheidungen des Papst-Gesandten Aldo Cavalli sind zu respektieren. Cavalli wird, wie bisher, künftige Botschaften prüfen und ihre Veröffentlichung gegebenenfalls genehmigen. Er soll dabei auch neue pastorale Maßnahmen ergreifen und das Dikasterium regelmäßig informieren.

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Medjugorje, etwa 100 Kilometer südwestlich von Sarajevo gelegen, ist seit 1981 für Berichte über Marienerscheinungen bekannt und zieht jährlich Millionen Pilger an. Seit 2017 ist ein Apostolischer Visitator vor Ort, derzeit Aldo Cavalli. Seit 2019 sind auch von Bischöfen geleitete Wallfahrten offiziell möglich.

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KO KOSMO-Redaktion
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