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Vergiss Chemie – So bekommst du wunderschön gefärbte Ostereier

Vergiss Chemie – So bekommst du wunderschön gefärbte Ostereier
FOTO: iStock/Madeleine_Steinbach
3 Min. Lesezeit |

Goldorange, Kupfer, Dunkelrot – Ostereier mit Zwiebelschalen färben ist ein Brauch, der Generationen überdauert hat.

Zu den schönsten und beständigsten Osterbräuchen zählt das Färben von Eiern mit Zwiebelschalen – eine Methode, die so alt ist wie sie zeitlos wirkt. Kein künstlicher Farbstoff der Welt erzeugt jenen warmen, lebendigen Ton, der von leuchtendem Goldorange über sattes Kupfer bis hin zu tiefem Dunkelrot und Braun reicht. Und obwohl die Supermarktregale rund um Ostern mit bunten Farbtabletten und aufwendigen Verzierungssets gefüllt sind, haben Eier, die nach Großmutters Art gefärbt wurden, bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Sie tragen etwas in sich, das sich schwer in Worte fassen lässt – den Geist alter Küchen, die Wärme von Familienfesten und die stille Sorgfalt einer Zeit, in der man sich für einfache Dinge wirklich Zeit nahm. Wer heuer zu Ostern genau dieses Gefühl zurückbringen möchte, braucht dafür weder besonderes Geschick noch aufwendige Zutaten. Der eigentliche Charme dieser Methode liegt ja gerade in ihrer Schlichtheit – und das Ergebnis ist trotzdem jedes Mal beeindruckend.

Vorbereitung & Zutaten

Für die Umsetzung benötigt man zwei bis drei Handvoll Schalen von roten Zwiebeln, rohe Eier, frische Blätter von Pflanzen oder Gräsern, alte Nylonstrümpfe sowie etwas Öl. Ein entscheidender Schritt, der gerne unterschätzt wird: Die Zwiebelschalen sollten bereits am Vortag in heißes Wasser eingelegt werden. Je länger sie ziehen, desto intensiver und satter fällt die Farbe aus – dieser erste Schritt legt buchstäblich den Grundstein für das gesamte Ergebnis.

Ebenso wichtig ist der richtige Umgang mit den Eiern selbst. Wer kalte Eier direkt in kochendes Wasser gibt, riskiert, dass die Schale springt. Um das zu verhindern, sollten die Eier mindestens zwei Stunden vor dem Kochen aus dem Kühlschrank genommen werden, damit sie sich langsam an die Raumtemperatur gewöhnen können.

Muster & Kochen

Wer seinen Eiern zusätzlich ein natürliches Muster verleihen möchte, geht so vor: Ein Blatt oder einen Grashalm leicht anfeuchten, ans Ei legen und das Ganze dann sorgfältig in ein Stück Nylonstrumpf wickeln und fest verknoten. Nach dem Kochen hinterlässt das Blatt einen zarten, hellen Abdruck auf dem gefärbten Ei – jedes Stück ein kleines Unikat.

Beim Kochen selbst wird zunächst ein Teil der eingeweichten Zwiebelschalen auf den Topfboden gegeben, dann kommen die vorbereiteten Eier hinein, bedeckt vom Rest der Schalen. So sind die Eier rundum eingebettet und stoßen beim Kochen nicht aneinander. Anschließend wird so viel Wasser aufgegossen, dass alles gut bedeckt ist, und der Topf kommt bei niedriger Hitze auf den Herd. Ab dem Moment des Aufkochens lässt man die Eier noch etwa 15 Minuten weiterziehen. Wer möchte, kann zwischendurch die Farbtiefe kontrollieren und die Eier behutsam wenden.

Sind die Eier vollständig abgekühlt, folgt der letzte, aber keineswegs unwichtige Handgriff: Mit ein paar Tropfen Öl auf einem weichen Tuch oder etwas Watte werden die Eier sanft eingerieben. Früher griff man dafür gerne zu einem Stück Speck – heute reicht ein wenig Speiseöl vollkommen aus.

Dieser abschließende Schritt verleiht den Eiern ihren charakteristischen, natürlichen Glanz und lässt sie auf dem Ostertisch erst so richtig zur Geltung kommen.