Start NEWS PANORAMA Experte warnt vor Kindergarten-Öffnung: „Virenkonzentration 10.000 Mal höher“
COVID-19

Experte warnt vor Kindergarten-Öffnung: „Virenkonzentration 10.000 Mal höher“

(FOTO: Screenshot/OrfTvThek/ZIB2/24.4.2020)

Seitdem im März in vielen Ländern Europas die Kindergärten und Schulen geschlossen haben, wird in der Politik und Wissenschaft heftig über eine Wiedereröffnung diskutiert. Der deutsche Top-Virologe Christian Drosten warnt.

Vor allem für arbeitstätige Eltern ist die Wiedereröffnung der Schulen und Kindergärten ein wichtiges Anliegen. In weiterer Folge ist sie wohl auch für das Hochfahren der Wirtschaft unabdinglich. Die Meinungen der Wissenschaftler darüber, ob und wieweit Kinder ansteckend sind und wie groß die Gefahr ist, dass eine Bildungseinrichtung zum Infektionsherd wird, gehen auseinander.

10.000 Mal höhere Viruskonzentration
Drosten erklärte, dass man von diversen anderen Viruserkrankungen, wie der Grippe oder Erkältungskrankheiten, weiß, dass Kinder eine sehr große Konzentration des Virus im Rachen aufweisen. Diese kann bis zu 10.000 Mal höher sein als bei Erwachsenen, was daran liegt, dass die Kinder über ein weniger erfahrenes Immunsystem verfügen.

Die Studien bezüglich des Corona-Virus diesbezüglich ließen jedoch noch viele Fragen offen, betonte Drosten. Einige erste Daten würden daraufhin deuten, dass Kinder weniger Viruspartikel als Erwachsene ausscheiden. Allerdings gebe es auch widersprüchliche Ergebnisse aus anderen Studien. Der deutsche Virologe hofft nun auf neue Studien, die in den kommenden Tagen erscheinen und mehr Klarheit bringen sollen.

Bis dahin Vorsicht geboten
Bis es jedoch fundierte wissenschaftliche Beweise dafür gibt, ob Kinder ansteckender sind oder nicht, solle man jedoch vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen absehen. Die gute Entwicklung der Zahlen könnten zu einem falschen Sicherheitsgefühl bei der deutschen und österreichischen Bevölkerung führen: „Sie verstehen nicht, warum ihre Geschäfte schließen müssen. Sie schauen nur auf das, was hier passiert und nicht auf die Situation in anderen Ländern, etwa in New York oder Spanien“, so Drosten zum englischen „Guardian“.