Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Pestotest

Vorsicht bei Fertig-Pesto – Diese Pesto-Marken sind mit Schadstoffen belastet

Vorsicht bei Fertig-Pesto – Diese Pesto-Marken sind mit Schadstoffen belastet
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Pesto Rosso im Labor: Was Forscher in einigen Gläsern fanden, gibt zu denken – besonders bei konventionellen Produkten.

Insgesamt 13 Pesto-Rosso-Produkte hat die Arbeiterkammer Oberösterreich unter die Lupe genommen. Wie die Laboranalysen zeigen, geht von keinem der untersuchten Erzeugnisse eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit aus – allerdings fallen die Qualitätsunterschiede erheblich aus. Sämtliche Bio-Proben sowie ein konventionelles Produkt waren pestizidfrei.

Vier biologische Erzeugnisse wiesen darüber hinaus keinerlei gesundheitsrelevante Rückstände auf. Die besten Bewertungen erhielten das Bio Pesto Rosso von Spar, das Bio Natura Pesto Rosso von Hofer, das Billa Bio Pesto Rosso sowie das Kania Bio Pesto Rosso von Lidl.

Bedenkliche Rückstände

Weniger erfreulich ist das Bild bei einem Teil der getesteten Pestos: In fünf konventionellen Produkten wurden Spuren von Bisphenol A nachgewiesen – einem chemischen Stoff, der in den Hormonhaushalt eingreift. BPA kann sowohl die Fruchtbarkeit als auch das Immunsystem beeinträchtigen. Bei dem Produkt mit dem höchsten gemessenen Wert könnte bereits der wöchentliche Verzehr von drei Teelöffeln die tolerierbare Aufnahmemenge für eine 60 Kilogramm schwere Person überschreiten.

Relevant in diesem Zusammenhang: Die EU-Kommission hat BPA in Verpackungsmaterialien, die mit Lebensmitteln oder Getränken in Kontakt kommen, bereits verboten. Darüber hinaus wurden in einem Teil der Produkte potenziell krebserregende Schimmelpilzgifte sowie bedenkliche Pestizide nachgewiesen.

In vier Pestos fanden sich relevante Mengen an Alternariatoxinen – Substanzen, die durch Schimmelpilze der Gattung Alternaria entstehen, welche häufig Tomaten befallen. Einige dieser Verbindungen zeigen in Laborversuchen gesundheitsschädliche und möglicherweise krebserregende Wirkungen. Die EU hat zwar Empfehlungen zur Überwachung solcher Stoffe festgelegt, jedoch keine verbindlichen Grenzwerte definiert.

Der Großteil der untersuchten Produkte blieb deutlich unter diesen Richtwerten. Zwei konventionelle Erzeugnisse schöpften die Empfehlung zu mehr als 50 Prozent aus, zwei Bio-Produkte lagen beim Alternariolmonomethylether nahezu an der Empfehlungsgrenze.

Pestizide & Zulassungen

In nahezu allen konventionellen Saucen – eine ausgenommen – konnten Pestizidrückstände nachgewiesen werden, während die Bio-Produkte vollständig rückstandsfrei blieben. Die festgestellten Wirkstoffe sind in den gemessenen geringen Konzentrationen zwar nicht akut toxisch, über mögliche Wechselwirkungen beim gleichzeitigen Vorhandensein mehrerer Pestizide ist wissenschaftlich jedoch noch wenig bekannt.

In einem der Pestos wurde zudem Dimethomorph festgestellt – ein Fungizid, das im Pflanzenschutz gegen Pilzerkrankungen eingesetzt wird. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA stuft den Stoff als fortpflanzungsschädigend ein, weshalb auch die Arbeiterkammer Oberösterreich ihn als besonders bedenklich bewertet. Auf Grundlage toxikologischer Bewertungen hat die EU-Kommission unter Einbeziehung der ECHA-Expertise entschieden, die Zulassung von Dimethomorph als Pflanzenschutzwirkstoff nicht zu verlängern.

In einem weiteren Produkt wurden Rückstände von Chlorantraniliprol gefunden, einem Insektizid, das vom Pestizid-Aktions-Netzwerk PAN auf der Liste der hoch gefährlichen Pestizide geführt wird.

Nach Einschätzung von PAN und ECHA ist der Wirkstoff giftig für Wasserorganismen und baut sich in der Umwelt nur äußerst langsam ab.