Während in vielen Bereichen gespart wird, fließen künftig Millionen mehr in Österreichs traditionsreiche Hofreitschule. Die Lipizzaner profitieren von einer überraschenden Budgetentscheidung.
Inmitten der angespannten Haushaltslage Österreichs sorgt eine finanzielle Entscheidung für Aufsehen: Die Spanische Hofreitschule erhält künftig deutlich mehr Geld aus dem Staatsbudget. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) verkündete in seiner Budgetrede eine Aufstockung der Grundförderung von bisher 2,5 auf künftig 4,5 Millionen Euro. Diese Erhöhung um 80 Prozent begründete der Minister mit erheblichem Investitionsbedarf sowohl bei der Hofreitschule selbst als auch beim Lipizzanergestüt in Piber.
Die Spanische Hofreitschule verkörpert seit Jahrhunderten österreichische Kulturtradition auf höchstem Niveau. Als älteste Reitschule der Welt pflegt sie die klassische Reitkunst in Renaissance-Tradition. Die weltberühmten Lipizzanerhengste, die hier seit mehr als 450 Jahren ausgebildet werden, beeindrucken durch ihre außergewöhnliche Eleganz und Präzision. Die internationale Bedeutung dieser Institution wurde 2015 durch die Aufnahme in das immaterielle UNESCO-Kulturerbe unterstrichen.
Finanzielle Stärkung
Während in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens der Rotstift angesetzt wird, geht die Spanische Hofreitschule finanziell gestärkt aus den Budgetverhandlungen hervor. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) stellte in seiner Budgetrede klar: Der Investitionsbedarf rechtfertigt die massive Aufstockung der Grundförderung von 2,5 auf 4,5 Millionen Euro – ein Plus von 80 Prozent.
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Rechnungshof und Konsolidierungsdruck
Pikant ist der Zeitpunkt der Entscheidung: Erst im März 2025 hatte der Rechnungshof eine Follow-up-Überprüfung zur Spanischen Hofreitschule und dem Lipizzanergestüt Piber vorgelegt. Diese wurde Anfang Mai im Rechnungshofausschuss des Nationalrats vertagt. Das Landwirtschaftsministerium begründet die Mehrausgaben mit „unaufschiebbaren Investitionen“.
Die großzügige Förderung steht im Kontrast zum allgemeinen Sparkurs der Regierung. Im aktuellen Doppelbudget 2025/2026 wird ein Konsolidierungsvolumen von 6,4 Milliarden Euro allein für dieses Jahr umgesetzt. Finanzminister Marterbauer selbst betonte erst kürzlich in der „ZiB2“: „Die Zeit der Gießkannenförderungen ist vorbei. Das können wir uns nicht mehr leisten.“ Die Spanische Hofreitschule scheint von diesem Sparkurs ausgenommen zu sein.