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Flammenhölle

Waldbrände in Europa außer Kontrolle: Keine Pause für Einsatzkräfte in Sicht

Waldbrände in Europa außer Kontrolle: Keine Pause für Einsatzkräfte in Sicht
FOTO: EPA-EFE/VASSILIS PSOMAS
4 Min. Lesezeit |

Während Europa unter sommerlicher Hitze ächzt, bekämpfen Einsatzkräfte in mehreren Ländern ausgedehnte Waldbrände. Besonders Deutschland, Griechenland und die Türkei sind von den Flammen betroffen. Die Löscharbeiten werden durch anhaltende Hitze und wechselnde Winde erheblich erschwert.

Im östlichen Teil Deutschlands bleibt die Situation kritisch. An der Saalfelder Höhe in Thüringen konnte zumindest eine weitere Ausbreitung des Feuers in der Nacht zum Freitag verhindert werden. Peter Lahann, Sprecher des Landratsamts Saalfeld-Rudolstadt, bestätigte, dass Unterstützung aus dem benachbarten Bayern angefordert wurde. Derzeit sind 562 Feuerwehrleute vor Ort im Einsatz, weitere Kräfte werden im Tagesverlauf erwartet und sollen bis Sonntag bleiben. Am Donnerstagabend stand eine Fläche von etwa 250 Hektar in Flammen. „Gestern kam es zu zahlreichen Bränden in der Region Saalfeld. Gegen 17:30 Uhr wurde der Katastrophenfall ausgelöst. Unsere Einsatzkräfte arbeiten gemeinsam mit den Kollegen der Feuerwehr und dem THW (Technisches Hilfswerk) teils bis an ihre Grenzen. Die Waldbrandgefahr ist derzeit extrem hoch!“

In der Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg gestaltet sich die Lagebeurteilung schwierig. Eine morgendliche Besprechung soll über weitere Maßnahmen entscheiden. Die Einschätzung des Feuers wird durch unbeständige Windverhältnisse kompliziert. Die betroffene Fläche wird auf 200 bis 1.000 Hektar geschätzt. Mehr als 500 Einsatzkräfte aus beiden Bundesländern kämpfen gegen die Flammen. Die Nähe zu einem ehemaligen Truppenübungsplatz stellt eine zusätzliche Herausforderung für die Löscharbeiten dar.

Lage in Griechenland

In Griechenland entspannt sich die Situation vorübergehend. Die Feuerwehr meldete am Freitagvormittag, dass die großen Brände auf Kreta und im Großraum Athen zunächst unter Kontrolle gebracht werden konnten – nicht zuletzt dank des Einsatzes von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Dennoch warnen die Behörden: Durch starke Winde könnten selbst kleinste Glutnester schnell wieder auflodern.

Der griechische Wetterdienst prognostiziert zudem eine bevorstehende Hitzewelle. Ab Samstag werden im südöstlichen Europa Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius erwartet, besonders in den Ballungszentren. An den Küsten und auf den griechischen Inseln wie Kreta dürfte es durch die Meeresbrise um 3 bis 5 Grad kühler bleiben. Feuerwehrsprecher Vasilios Vathrakogiannis kündigte herausfordernde Tage an: Die Kombination aus hohen Temperaturen und starkem Wind erhöht das Risiko neuer Brände, insbesondere in den Regionen Athen und Attika.

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Auf Kreta wurden in den vergangenen Tagen etwa 1.500 Menschen, darunter zahlreiche Touristen, aus Hotels und Ferienhäusern in Sicherheit gebracht. Die Evakuierten wurden in einer Sporthalle in der Gemeinde Ierapetra untergebracht. Die vorsorglich angeordneten Evakuierungen erfolgten, weil Brände durch starke Winde, Trockenheit und hohe Temperaturen rasch voranschritten und eine unmittelbare Gefahr für Siedlungen und touristische Einrichtungen bestand.

Türkische Brandgebiete

In der westtürkischen Provinz Izmir an der Ägäisküste lodern weiterhin mehrere Brände. Der Bürgermeister von Izmir, Cemil Tugay, beschreibt die Situation als äußerst kritisch. Besonders betroffen ist der Bezirk Ödemis mit schwer zugänglichen Brandherden. Drei Dörfer wurden bereits zerstört.

Die Löscharbeiten werden durch heftige Winde zusätzlich behindert. Im bei in- und ausländischen Urlaubern beliebten Küstenbezirk Cesme konnte das Feuer laut dem türkischen Forstminister Ismail Yumakli inzwischen eingedämmt werden. In anderen Bezirken wie Buca und Ödemis dauern die Löscharbeiten an.

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Am Donnerstag forderten die Brände in der Region zwei Todesopfer: einen 81-jährigen Mann sowie einen Forstarbeiter, der bei den Löscharbeiten half. Ein weiterer Helfer wird derzeit im Krankenhaus behandelt.

In der Türkei mussten Bewohner aus mindestens fünf Bezirken im Westen des Landes evakuiert werden. Im Bezirk Cesme wurden mehrere Gebäude geräumt und Tiere in Sicherheit gebracht, während wichtige Verkehrsverbindungen zeitweise gesperrt wurden. Die türkischen Behörden ordneten die Evakuierungen an, nachdem sich die Flammen durch die starken Winde rasch ausgebreitet hatten.