Mitten in der Nacht bricht ein Mann am Reumannplatz zusammen. Erst da bemerkt er: Ein Unbekannter hat ihm eine Stichwunde zugefügt – in einer Waffenverbotszone.
In Wien-Favoriten erlitt ein Mann in der Nacht zum Sonntag eine Stichverletzung im Bauchbereich. Nach seinen eigenen Angaben wurde er im Bereich des Reumannplatzes, der als Waffenverbotszone ausgewiesen ist, von einem Unbekannten attackiert. Der Verletzte bemerkte die Wunde zunächst nicht und ging noch einige Meter weiter, bevor er zusammenbrach.
Eine sich rasch bildende Gruppe von Passanten um den am Boden liegenden Mann zog die Aufmerksamkeit von WEGA-Beamten auf sich, die gerade in der Gegend Streifendienst leisteten. Polizeisprecher Philipp Hasslinger erklärte gegenüber der APA: „Der Mann wies eine Stichverletzung im Bauchbereich auf, welche von den Beamten erstversorgt wurde.“
Notärztliche Versorgung
Nach der notärztlichen Versorgung durch die Wiener Berufsrettung wurde der schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzte Syrer in ein Krankenhaus transportiert. Der Vorfall ereignete sich um 0.25 Uhr.
Das Opfer gab an, mit einem Messer attackiert worden zu sein. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.
Brennpunkt trotz Waffenverbotszone
Der Reumannplatz gilt seit längerem als sicherheitspolitischer Brennpunkt in Wien-Favoriten. Trotz der vor über einem Jahr eingerichteten Waffenverbotszone kommt es weiterhin zu Vorfällen. Wie Daten der Polizei zeigen, wurden innerhalb der letzten zwölf Monate 146 gefährliche Gegenstände durch verstärkte Kontrollen sichergestellt.
Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen, zu denen auch regelmäßige WEGA-Patrouillen wie im aktuellen Fall gehören, haben zwar zu einer verbesserten Polizeipräsenz geführt, dennoch offenbart der aktuelle Vorfall Lücken in der Sicherheitsarchitektur. Dass ausgerechnet in einer ausgewiesenen Waffenverbotszone eine Messerattacke stattfinden konnte, wirft Fragen zur Wirksamkeit der Maßnahmen auf.