Masken, Transparente und klare Botschaften: Vor dem Bundeskanzleramt formiert sich Widerstand gegen ein Gesetz, das bereits in Kraft ist.
Montagfrüh versammelten sich Personen vor dem Wiener Bundeskanzleramt, um gegen das neue Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren zu demonstrieren, berichtet die „Heute“. Die Teilnehmer trugen Masken, die Bundeskanzler Christian Stocker und Integrationsministerin Claudia Bauer zeigten, und hielten Transparente in die Höhe. Einer der Slogans, der dabei besonders ins Auge stach, lautete: „Lasst SIE entscheiden. Verbote schaffen keine Lösungen.“
Strafen & Verstöße
Das Verbot gilt für öffentliche wie private Schulen gleichermaßen und war bereits vor seinem Inkrafttreten Gegenstand breiter gesellschaftlicher Debatten. Die Bestimmung trat mit 1. September 2026 österreichweit in Kraft. Ausgenommen vom Verbot sind laut Gesetz häuslicher Unterricht, Unterricht außerhalb des Schulgebäudes sowie Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen außerhalb der Schule. Eltern, deren Töchter das Verbot nicht einhalten, müssen mit Verwaltungsstrafen zwischen 150 und 800 Euro rechnen.
Für Verstöße sieht das Gesetz einen mehrstufigen Ablauf vor: Beim ersten Verstoß führt die Schulleitung ein Gespräch mit der betroffenen Schülerin und ihren Erziehungsberechtigten. Kommt es danach erneut zu einem Verstoß, wird die zuständige Schulbehörde eingeschaltet und lädt zu einem verpflichtenden Gespräch. Wird das Verbot anschließend weiterhin missachtet, muss auch der Kinder- und Jugendhilfeträger verständigt werden. Als weitere Konsequenz droht den Erziehungsberechtigten eine Verwaltungsstrafe zwischen 150 und 800 Euro.