Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Gerichtsurteil

Wie ein Engel auf Erden“: Amelies Tod bringt Alko-Fahrer hinter Gitter

Wie ein Engel auf Erden“: Amelies Tod bringt Alko-Fahrer hinter Gitter
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Alkoholisiert am Steuer, eine junge Bikerin tot: Nach dem tragischen Unfall auf dem „Goassteig“ muss sich ein 41-Jähriger vor Gericht verantworten.

Amelie, eine 20-jährige Studentin und Schicht-Managerin bei einer Fast-Food-Kette, wurde von ihrer Motorradgruppe als außergewöhnlich herzlich beschrieben. „Sie war wie ein Engel auf Erden“, sagten ihre Freunde über sie. Die junge Frau verlor vor etwa zwei Monaten ihr Leben bei einem Verkehrsunfall auf dem „Goassteig“ nahe Inzersdorf-Getzersdorf in Niederösterreich. Am Landesgericht St. Pölten fand nun die Hauptverhandlung gegen den zum Unfallzeitpunkt 41 Jahre alten Autofahrer statt. Laut Anklageschrift war der Mann erheblich alkoholisiert, als er am 27. September frontal mit der Motorradfahrerin zusammenstieß. Amelie erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.

⇢ 77-jähriger Radfahrer lag tot in Wiese – Polizei bittet um Hinweise

Der Gerichtstermin bedeutete für die Familie eine schwere emotionale Belastung. Sie mussten Abschied nehmen von einer Tochter, Schwester und Freundin, die nach Aussagen ihrer Angehörigen „voller Pläne, voller Leben, voller Liebe“ gewesen sei – so die Beschreibung in der Spendenaktion, die Amelies Motorradgruppe für ihre Bestattungskosten ins Leben gerufen hatte. Zahlreiche Mitglieder ihrer Biker-Gemeinschaft hatten nach dem Unglück Kerzen am Unfallort aufgestellt und finanziell zur Beerdigung beigetragen.

Reue des Angeklagten

Die Verteidigerin Ina-Christin Stiglitz unterstrich in ihrem gefühlsbetonten Schlussvortrag, dass ihr Mandant die Schwere seiner Tat vollumfänglich anerkenne: „Mein Mandant bekennt sich vollinhaltlich schuldig. Er weiß, dass er am 27. September 2025 den größten Fehler seines Lebens begangen hat“, erklärte die Anwältin vor Gericht. Der Verlust der jungen Frau belaste ihn enorm: „Er ist unverzeihlich und unentschuldbar. Mein Mandant trägt diesen Tod jeden Tag mit sich.“ Zum ersten Mal seit dem Unglück wolle er den Hinterbliebenen persönlich sein Beileid ausdrücken. Bislang hätten sein gesundheitlicher und psychischer Zustand dies nicht zugelassen. Seit dem Vorfall befand sich der Angeklagte in psychiatrischer Behandlung und wurde erst kurz vor dem Prozess aus der stationären Therapie entlassen.

⇢ Mit L17 und Alkohol am Steuer: Teenager rast in BMW und Bus – Urteil

Gerichtliches Urteil

Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung. Rechtsanwältin Stiglitz legte sofort Strafberufung ein, wodurch das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Ein Mitglied aus Amelies Motorradgruppe äußerte sich unzufrieden mit dem Strafmaß: Er hätte eine längere Haftstrafe für angemessen gehalten. Der Familie wurden Schmerzengeldzahlungen in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zugesprochen.

Ein Mitglied aus Amelies Motorradgruppe äußerte sich unzufrieden mit dem Strafmaß: Er hätte eine längere Haftstrafe für angemessen gehalten.

⇢ Betrunkener Lokführer ignoriert Haltesignal – ÖBB muss Stromversorgung kappen

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen