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Gebührenanstieg

Wien wird teurer: Müll und Wasser kosten ab 2027 mehr

Wien wird teurer: Müll und Wasser kosten ab 2027 mehr
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2 Min. Lesezeit |

Ein Gesetz zieht automatisch an – und Wiens Haushalte spüren es ab 2027 direkt im Geldbeutel.

Wiens kommunale Gebühren für Müllabfuhr, Wasser und Kanal werden zu Beginn des Jahres 2027 um mindestens 4,5 Prozent angehoben. Auslöser ist ein gesetzlich verankerter Automatismus, der die Tarife an die Inflationsentwicklung knüpft. Konkret hat der Verbraucherpreisindex seit der letzten Tarifanpassung im Jänner 2025 um 4,4 Prozent zugelegt und damit den maßgeblichen Schwellenwert überschritten.

Wie hoch die Erhöhung letztlich ausfällt, wird von den endgültigen Zahlen der Statistik Austria abhängen, die Mitte August erwartet werden.

Wiener Valorisierungsgesetz

Ausschlaggebend für die Anpassung ist das Wiener Valorisierungsgesetz, das eine automatische Gebührenerhöhung vorsieht, sobald die Teuerung einen Schwellenwert von drei Prozent überschreitet. Dieser Wert ist inzwischen erreicht, nicht zuletzt weil die anhaltende Inflation auch durch den Iran-Krieg beeinflusst wird. Damit steht fest: Mit dem Jahreswechsel 2027 greifen die neuen Tarife automatisch.

Die offizielle Bekanntgabe durch die Stadtpolitik wird voraussichtlich im August erfolgen – ein Muster, das sich bereits 2024 zeigte, als der damalige Finanzstadtrat Peter Hanke eine Anpassung um 5,9 Prozent verkündete. Auch die Parkscheingebühren könnten von der Valorisierung erfasst werden, da der Automatismus in 5-Cent-Schritten wirkt. Beim 30-Minuten-Schein, der aktuell 1,70 Euro kostet, sind seit der letzten Erhöhung im Jänner erst vier Cent Spielraum entstanden.

Angesichts einer Schuldenlast von rund 15 Milliarden Euro sind diese kommunalen Einnahmen für Wien von zentraler Bedeutung. Das Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak verweist auf die Notwendigkeit, Defizit und Neuverschuldung zu reduzieren, ohne dabei Wiens Rolle als wirtschaftliches Zentrum zu gefährden. Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig hält sich zu den laufenden Budgetverhandlungen hingegen bedeckt.

Mehrfache Erhöhungen

Das seit 2007 geltende Valorisierungsgesetz kam unter der rot-pinken Stadtregierung häufiger zur Anwendung als in früheren Perioden. Die Folgen der Post-Corona-Phase und der Inflationswelle schlugen sich in mehreren aufeinanderfolgenden Erhöhungen nieder: 2022 stiegen die Tarife um 5,2 Prozent, 2023 und 2025 jeweils um 5,9 Prozent.

Für Bewohnerinnen und Bewohner eines Wiener Mehrparteienhauses bedeutet das konkret: Die wöchentliche Entleerung einer 120-Liter-Mülltonne schlägt derzeit mit 288,97 Euro pro Jahr zu Buche. Für 100 Kubikmeter Wasser inklusive Zählergebühr werden 257,38 Euro fällig, die Entsorgung derselben Abwassermenge kostet 249 Euro.

Intern wird ein Aussetzen der Gebührenanpassung nicht erwogen.

Die Erhöhungen werden als unausweichlich betrachtet und mit dem Investitionsbedarf in die städtische Infrastruktur begründet.

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KO KOSMO-Redaktion
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