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Wiener Designer mit serbischen Wurzeln stellt seine Kollektion auf der New York Fashion Week vor

Wiener Designer mit serbischen Wurzeln stellt seine Kollektion auf der New York Fashion Week vor (FOTO: Stefan Koković)

Goran Bugarić kam vor 20 Jahren aus seinem Heimatort Bor (Serbien) mit dem Wunsch nach Wien, hier Karriere zu machen. 2012 gründete er sein Label BUGARIC und seit 2016 arbeitet er auch als Lehrer. In diesem Jahr wurde er eingeladen, seine neue Kollektion auf der New York Fashion Week vorzustellen.

Eine der prestigeträchtigsten Modewochen der Welt, die New York Fashion Week, fand in diesem Jahr vom 8. bis zum 12. September statt. Im Rahmen der Modewoche lädt das Modehaus Flying Solo jedes Jahr mehrere Dutzend unabhängige Designer ein, ihre Kollektionen vorzustellen. In diesem Jahr war Goran Bugarić, der bekannte Wiener Designer mit serbischen Wurzeln, einer der 70 Aussteller. Über seinen Erfolg und seine Eindrücke von der NYFW spricht er exklusiv mit KOSMO.

KOSMO: Wie ist es dazu gekommen, dass du seine Kollektion auf der NYFW vorstellen durftest?
Goran Bugarić: Im vergangenen Jahr erhielt ich ein E-Mail von einem Scout mit der Aufforderung, meine Kollektion auf einer Veranstaltung der Boutique Flying Solo zu präsentieren. Diese Boutique verkauft am West Broadway Kollektionen unabhängiger Designer aus der ganzen Welt und veranstaltet bereits seit einigen Jahren im Rahmen der New Yorker und Pariser Fashion Weeks Modeschauen. Am Anfang dachte ich, das sei irgendein Spam (lacht). Aber als ich nachforschte, wer das ist und was sie machen, wurde mir klar, dass es da um eine ernstzunehmende Geschichte ging. Der ursprüngliche Plan war, dass ich meine neue Kollektion im September vergangenen Jahres ausstellen sollte, aber aufgrund der Pandemiesituation konnte ich nicht reisen und alles wurde auf dieses Jahr verschoben.

Goran Bugarić: „Trends sind vergänglich, Stil ist ewig!“

Was für eine Kollektion hast du für diese besondere Schau vorbereitet?
Im vergangenen Jahr, als ich zum ersten Mal zur Teilnahme eingeladen wurde, hatte ich bereits eine fertige Modekollektion. Aber für dieses Jahr habe ich mich entschieden noch einmal eine ganz neue zu machen. Ich habe acht Outfits entworfen, die einschließlich Schmuck, Schuhen, Taschen etc. 26, 27 Elemente umfassen. Die Kollektion heißt „Like a Virgin“ und liegt mir sehr am Herzen, denn ich habe ihr viel mehr Zeit gewidmet als der vorherigen. Das vergangene Jahr war aufgrund der ganzen Pandemiesituation sehr düster und ich bin in eine Phase nachlassender Kreativität geraten. Besonders traurig hat mich gemacht, dass ich die Reise nach New York absagen musste. Aber dann bin ich am Ende des letzten Sommers nach Rom gefahren, wo mir die unwirkliche antike Architektur neue Inspiration und neuen Glauben an mich selbst verliehen hat. So bin ich auf die Idee für meine neue Kollektion gekommen und den Namen habe ich gewählt, weil ich mich in dieser Phase des „Erwachens“ nach der trüben Coronazeit wieder wie der kleine Junge gefühlt habe, der vor dreißig Jahren Kleider auf Servietten gemalt hat und mit seinen Kollektionen noch von dem Schritt in die Öffentlichkeit geträumt hat. Diese Kollektion hat mich in meine Kindheit zurückversetzt und ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht, ob sie jemand kaufen würde, sondern ich bin ausschließlich meiner Inspiration und meinem Instinkt gefolgt und habe ausschließlich mein Gefühl für Ästhetik und meine Vision befriedigt, genau wie es Kinder machen. Die Kollektion ist sehr bunt und bildet eine Art Kontrast zu dem Grau, das uns umfangen hielt. Außerdem liebe ich Madonna, daher ist mir dieser Titel eingefallen, obwohl die Kollektion nicht von ihrem Stil beeinflusst ist. Die einzige Referenz an sie waren ihre Kraft und ihr Elan, die sie sich über die Jahrzehnte uneingeschränkt bewahrt hat.

Die New York Fashion Week ist neben Paris, Mailand und London der größte Traum jedes Modedesigners. Welche Eindrücke hat der erzielte Erfolg bei dir hinterlassen?
Ich habe immer davon geträumt, aber es schien mir immer sehr weit weg zu sein. Natürlich bin ich sehr aufgeregt und glücklich, aber das Wichtigste ist mir, dass ich die Arbeit machen kann, die ich liebe, und dass ich weiter kreativ tätig sein kann. Ich muss die Gelegenheit nutzen und die äußerst gute Organisation von Flying Solo loben, die alle Designer auf höchstem Niveau betreut haben. Ihre Mitarbeiter waren während der gesamten Schau für uns und alle unsere Fragen da. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Gelegenheit hatte, persönlich dabei zu sein und meine Kollektion dort zu präsentieren, denn viele Designer haben ihre Kollektionen nur aus der Ferne geschickt, konnten aber wegen Corona bei ihrer Schau nicht selber anwesend sein. Ich glaube, für mich war der unwirklichste Moment das Bild der neuen World Trade Centers hinter dem Model, das meine Kreationen getragen hat. Da konnte ich einfach nicht glauben, dass meine Kleider tatsächlich auf der NYFW waren.

Nach der Schau trafen bereits Kaufanfragen für seine Modeartikel und Kooperationsangebote bei Goran ein, aber Goran plant derzeit nicht, nach New York zu übersiedeln. Derzeit ist sein Plan, die neue Kollektion im kommenden November erstmalig in Wien zu präsentieren, und zwar bei einer Schau in der Manufaktur FabricFabrik in der Koppstraße.