Ein Stück Wiener Kaffeehauskultur wankt: Der traditionsreiche Bräunerhof ist insolvent, die Betreiberin verschwunden und die Miete seit Monaten nicht bezahlt.
Das traditionsreiche Wiener Café Bräunerhof steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Betreiberin des historischen Lokals in der Stallburggasse unweit des Stephansdoms befindet sich seit Mitte Juli in einem Insolvenzverfahren. Von der Eigentümerin fehlt laut Medienberichten mittlerweile jede Spur.
Das Konkursverfahren über das Vermögen der Betreiberin Nicole Hostnik wurde am 15. Juli 2025 am Handelsgericht Wien eröffnet, wie aus dem Gläubigerschutzverband hervorgeht. Die Betreiberin des Lokals in der Stallburggasse 2 im ersten Wiener Gemeindebezirk ist seit der Insolvenzeröffnung untergetaucht.
📍 Ort des Geschehens
Die Geschichte des Bräunerhofs reicht bis in die Kriegsjahre zurück. Was 1938 als Umwandlung des Tanzcafés Sans Souci begann, entwickelte sich in den folgenden 87 Jahren zu einer festen Institution der Wiener Kaffeehauskultur.
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Finanzielle Notlage
Die finanzielle Situation des Cafés hat sich jedoch dramatisch zugespitzt. Wie der „Standard“ berichtet, sind die Mietzahlungen seit Monaten ausständig. Insolvenzverwalterin Ulrike Bauer beschreibt die Buchhaltung des Unternehmens als chaotisch.
Das Lokal soll nun verkauft werden, wobei bereits mehrere Interessenten ihre Aufmerksamkeit bekundet haben sollen.
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Zukunftsaussichten
Für die Zukunft des Bräunerhofs gibt es dennoch Hoffnung. Bis Ende August sollen neue Eigentümer gefunden werden. Zwei wesentliche Faktoren sprechen für den Erhalt des Cafés: Zum einen steht das Gebäude unter Denkmalschutz, zum anderen ist im Mietvertrag festgeschrieben, dass die Räumlichkeiten ausschließlich als Kaffeerestaurant genutzt werden dürfen.
Die Eigentümerin der Räumlichkeiten ist die Amisola Immobilien AG, die zur Karl-Wlaschek-Stiftung gehört. Dies sichert zusätzlich ab, dass der Denkmalschutz und die vertragliche Nutzung als Kaffeerestaurant langfristig gewährleistet bleiben.
Ob der traditionsreiche Name „Bräunerhof“ erhalten bleibt oder das Lokal unter neuer Bezeichnung weitergeführt wird, ist derzeit noch offen.