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Tierschutz

Wildtierkriminalität im Westbalkan: Löwe & Bär in Albanien entdeckt

Wildtierkriminalität im Westbalkan: Löwe & Bär in Albanien entdeckt
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

In Nordalbanien führte die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kürzlich eine bedeutende Rettungsaktion durch. Behörden beschlagnahmten eine Bärin und einen jungen Löwen aus nicht artgerechter Privathaltung, nachdem Bilder der Tiere in sozialen Netzwerken aufgetaucht waren. Die genaue Herkunft der Braunbärin „Flora“ und des Löwenjungen „Erion“ bleibt jedoch ungeklärt.

Albanien kämpft mit weit verbreiteter privater Wildtierhaltung und illegalem Handel. Unzureichende Gesetzgebung, rechtliche Grauzonen und fehlende Kontrollmechanismen begünstigen diese Problematik. Die aktuelle Rechtslage erlaubt die private Haltung von in Gefangenschaft geborenen Arten, wobei besonders bei exotischen Tieren wie Großkatzen die Bestimmungen unklar formuliert sind.

Recherchen von VIER PFOTEN und weiteren Organisationen im Zeitraum 2020 bis 2024 dokumentieren über 60 Großkatzen in mangelhafter Haltung. Zahlreiche dieser Tiere sind nicht beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) registriert.

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Dramatische Lebensbedingungen

Auf dem Privatgrundstück mussten die beiden artfremden Wildtiere in beengten Käfigen und Gehegen leben. Sie dienten offenbar der Unterhaltung ihrer Besitzer und als Motive für Aufnahmen in sozialen Medien. VIER PFOTEN organisierte einen mehr als 2.000 Kilometer langen Transport durch Europa. „Erion“ fand in der Tierart Wildtierstation in Rheinland-Pfalz ein neues Zuhause, während „Flora“ in den Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern gebracht wurde.

Brennpunkt Wildtierkriminalität

„Der Fall von Erion und Flora ist kein Einzelfall – er steht für ein viel größeres Problem. Albanien und die Westbalkanregion sind ein Brennpunkt für Wildtierkriminalität. Exotische Tiere werden gezüchtet, gehandelt und als Statussymbole gehalten. Wir fordern die albanischen Behörden auf, ein Verbot der privaten Haltung einzuführen und dieses konsequent durchzusetzen.

Sonst wird das Leid der Tiere weitergehen und der illegale Handel florieren“, so Patricia Tiplea von VIER PFOTEN.