In der österreichischen Baubranche brodelt es. Harald Mahrer organisierte ein hochkarätiges Treffen, bei dem sie die aktuellen Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze diskutierten. Die Vertreter der Branche haben eine Wunschliste an die Regierung geschickt, die eine Reihe von Forderungen enthält. Eine der Hauptforderungen: Ein Eigenheimbonus für das erste eigene Haus oder die erste eigene Wohnung.
„Jetzt gibt es noch einen guten Zeitpunkt, etwas zu tun“, sagte Harald Mahrer, der Präsident der Wirtschaftskammer, in einem Statement vor Journalisten. Die Baubranche, ein wichtiger Motor für die österreichische Wirtschaft, mit über 40.000 Betrieben, steht vor großen Herausforderungen. Die aktuelle Lage sei „angespannt“, so Mahrer. Die Pandemie hat die Nachfrage und die Preise in die Höhe getrieben, doch die Zinswende hat ein abruptes Ende der vollen Auftragsbücher verursacht. Dazu kommt eine herausfordernde Finanzierungssituation, die durch etliche Insolvenzen und steigende Arbeitslosigkeit verschärft wird.
Lösungsansätze
Die Vertreter der Baubranche haben in dem Treffen mit der Wirtschaftskammer eine Reihe von Lösungsansätzen vorgeschlagen. Einer davon ist der Eigenheimbonus. „Das würden wir der Regierung ganz wärmend ans Herz legen“, sagte Mahrer. Der Vorschlag sieht vor, dass der Bund etwa 20 Prozent der Kosten für das erste eigene Haus oder die erste eigene Wohnung übernimmt. Der Betrag könnte bei 100.000 Euro gedeckelt werden und würde als nicht rückzahlbarer Zuschuss gelten.
Verbesserung der Finanzregulierung
Die Unterstützung der Regierung ist für die Branche von entscheidender Bedeutung. „Großvolumig und substanziell“ müsse der Betrag sein, so Mahrer. Es gebe bereits viele genehmigte Projekte in der Pipeline, die von dem frischen Geld profitieren könnten. Neben dem Eigenheimbonus wurden auch Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzregulierung und der Verwaltungsprozesse gefordert. Insbesondere die KIM-Verordnung, die den Bau von Einfamilienhäusern betrifft, soll erleichtert werden.
Mietwohnraum
Wenn die Regierung die Forderungen der Branche nicht erfüllt, könnten die Folgen gravierend sein. „Jetzt Arbeitsplätze in der Branche zu verlieren, wäre ein Schuss ins Knie“, warnte Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz. Zudem könnte ein Mangel an Mietwohnraum entstehen, wenn der Motor der Baubranche ins Stottern gerät.
Die Wirtschaftskammer und die Vertreter der Baubranche hoffen nun auf eine positive Reaktion der Regierung auf ihre Vorschläge. Der Ausgang dieser Gespräche könnte weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft der Baubranche und die Wohnsituation in Österreich haben.

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