Home News Panorama
VERHAFTET

Wollte Influencerin werden: Mutter vergiftet einjährige Tochter

FOTO: iStock/AgFang
FOTO: iStock/AgFang

Ein schockierender Fall ereignete sich in Queensland, Australien: Eine 34-jährige Frau von der Sunshine Coast steht unter dem Verdacht, ihre einjährige Tochter absichtlich vergiftet zu haben.

Der mutmaßliche Grund: Sie wollte Spenden sammeln und ihre Karriere als Influencerin ankurbeln.

Ermittlungen der Polizei

Nach Angaben der Polizei verabreichte die Mutter der Einjährigen verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente. Danach filmte sie ihr leidendes Kind, um diese Aufnahmen für eine Spendenaktion zu nutzen, wie Polizist Paul Dalton erklärte. Die Frau soll das Material genutzt haben, um Sympathien und finanzielle Unterstützung über die Plattform „Gofundme“ zu erlangen.

Das Personal eines Krankenhauses in Brisbane, wo das Mädchen behandelt wurde, hegte im Oktober Verdacht und informierte die Behörden. Die Polizei ergriff Maßnahmen zum Schutz des Kindes und leitete Untersuchungen ein.

Finanzieller Gewinn durch Spenden

Erste Analysen ergaben, dass dem Baby tatsächlich Medikamente verabreicht wurden, die extreme Schmerzen verursachten. In einer Erklärung der Polizei hieß es: „Während das Kind immensen Qualen und Schmerzen ausgesetzt war, soll die Frau Videos von dem Kind gefilmt und veröffentlicht haben.“ Die Videos wurden produziert „um Geldspenden und Online-Follower zu gewinnen.“

Die Polizei berichtet, dass die Frau durch die Spendenaktion umgerechnet rund 36.000 Euro gesammelt habe. Der Plattformbetreiber Gofundme arbeitet daran, die gesammelten Gelder den Spendern zurückzuzahlen.

Jahrzehntelange Haft droht

Paul Dalton, der leitende Ermittler in diesem Fall, zeigte sich entsetzt über die Vorfälle, die er als „abstoßende Straftaten“ bezeichnete. „Es ist unentschuldbar, einem Kind wehzutun, vor allem einem so kleinen, das völlig von der Fürsorge und Liebe Erwachsener abhängig ist“, so Dalton. Der Gesundheitszustand des Kindes hat sich inzwischen verbessert.

Die schwerwiegenden Anschuldigungen könnten, sollte es zu einer Verurteilung kommen, langjährige Haftstrafen nach sich ziehen: bis zu 14 Jahre für Folter und bis zu 20 Jahre für Herstellung von Material zur Ausbeutung von Kindern.

Dieser Vorfall weckt Erinnerungen an ähnliche Missbrauchsfälle, wie das Beispiel der Amerikanerin Gypsy-Rose Blanchard, deren Mutter ihr Krankheiten andichtete, um Spenden zu sammeln. Sie hatte ließ ihre Mutter, nach jahrelangem Missbrauch, von einem Freund ermorden.