Ein 44-jähriger Mann aus Tansania trug fast zehn Jahre lang unwissentlich ein Messer in seinem Oberkörper. Erst als seine Brustwarze Eiter abzusondern begann und Schmerzen auftraten, suchte er medizinische Hilfe im Muhimbili National Hospital in Daressalam. Die anschließende Untersuchung brachte die verblüffende Entdeckung ans Licht.
Die Röntgenaufnahmen des Brustkorbs offenbarten einen metallischen Gegenstand im mittleren Brustbereich, wie die behandelnden Mediziner später in der National Library of Medicine dokumentierten. Der Fremdkörper stammte von einer gewaltsamen Auseinandersetzung acht Jahre zuvor, bei der der Patient schwere Verletzungen an Rücken, Gesicht, Brust und Bauch erlitten hatte. In der damaligen Behandlungseinrichtung fehlte die radiologische Ausstattung, weshalb das Messer unentdeckt blieb.
Unbemerkte Gefahr
Erstaunlicherweise hatte der Fremdkörper keine lebenswichtigen Organe verletzt und verursachte jahrelang keinerlei Symptome wie Atembeschwerden, Fieber oder Husten. Bei der aktuellen Untersuchung stellten die Ärzte fest, dass sich um das Messer ein Hämatom (Bluterguss) sowie eine posttraumatische Gewebeveränderung gebildet hatten. Die Eiterbildung entstand durch abgestorbenes Gewebe, das den Fremdkörper umgab.
Erfolgreiche Operation
In einem chirurgischen Eingriff entfernten die Ärzte erfolgreich das Messer samt totem Gewebe und Eiter. Nach 24 Stunden auf der Intensivstation verbrachte der Patient weitere zehn Tage auf der normalen Station zur Genesung. Das Muhimbili National Hospital, mit rund 2.200 bis 3.000 Betten Tansanias größtes öffentliches Krankenhaus, verfügt über moderne radiologische und chirurgische Ausstattung, die solche komplexen Eingriffe ermöglicht.
Die ungewöhnliche medizinische Dokumentation des Falls wird international als besondere Fallstudie zur Bedeutung moderner Bildgebung in der ostafrikanischen Medizin rezipiert. Das Krankenhaus versorgt jährlich etwa 100.000 Patienten aus ganz Tansania und den Nachbarstaaten.