An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde des Kepler Universitätsklinikums Linz werden derzeit vier Kinder wegen einer FSME-Infektion (Frühsommer-Meningoenzephalitis) behandelt. Bei zwei der jungen Patienten wurden Entzündungsherde im Gehirn nachgewiesen, die unter anderem zu Nacken- und Armschwäche führten und weiterhin physiotherapeutische Behandlung erfordern, wie das medizinische Fachpersonal des Kepler Uniklinikums mitteilt. Diese Erkrankungsfälle wären durch einen ausreichenden Impfschutz vermeidbar gewesen.
Die aktuelle Situation ist besonders alarmierend, denn im Jahr 2024 wurden bereits insgesamt 21 Kinder in Österreich wegen FSME hospitalisiert, wobei Oberösterreich erneut als Bundesland mit den meisten Fällen hervortrat. Der jüngste betroffene Patient war dabei erst zwei Jahre alt.
„Wir rufen alle Eltern dringend dazu auf, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen und falls noch kein Impfschutz vorhanden ist, die Impfung durchzuführen. Es beginnt mit einer Grundimmunisierung, danach wird die Impfung einmalig nach drei Jahren, dann alle fünf Jahre aufgefrischt,“ erklärt Ariane Biebl, Infektiologin und Kinderärztin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde des Kepler Universitätsklinikums. Diesem Aufruf schließt sich auch der Vater eines betroffenen Mädchens an.
FSME ist eine Erkrankung, die das zentrale Nervensystem angreift und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Österreich gilt als Hochrisikogebiet für diese durch Zeckenstiche übertragene Infektion. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
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Die FSME-Impfung, die bereits für Kinder ab dem ersten Lebensjahr zugelassen ist, bietet wirksamen und sicheren Schutz. Wie das Kepler Uniklinikum in einer Presseaussendung betont, existiert keine kausale Therapie gegen die bereits ausgebrochene Erkrankung – lediglich die Symptome können gelindert werden.
Impfmöglichkeiten
Die Impfung kann bei allen niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Kinderärzten, den Impf- und Impfberatungsstellen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes des Landes Oberösterreich sowie beim Impfservice des Magistrats Linz durchgeführt werden. Der aktuelle Impfplan sowie weitere Informationen und Empfehlungen sind unter „Impfplan Österreich“ abrufbar.
Für einen vollständigen Schutz sind drei Teilimpfungen notwendig. Wichtig zu wissen: Obwohl das Nationale Impfgremium die FSME-Impfung für alle in Österreich lebenden Personen empfiehlt, da kein Bundesland FSME-frei ist, gehört sie nicht zum kostenfreien Impfprogramm.
Krankheitsverlauf
FSME wird hauptsächlich durch Zecken übertragen, wobei nicht jeder Stich einer infizierten Zecke zwangsläufig zur Erkrankung führt. Nach einer Inkubationszeit von drei bis 28 Tagen, durchschnittlich acht Tagen nach dem Stich, kann eine erste Krankheitsphase mit grippeähnlichen Symptomen, Erbrechen, Schwindel und mäßigem Fieber auftreten.
Darauf kann eine etwa einwöchige, relativ beschwerdefreie Phase folgen, bevor es zu einem weiteren Befall des zentralen Nervensystems kommen kann. Dies äußert sich durch Symptome wie Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Schwindel sowie Konzentrations- und Gehstörungen, die über Wochen oder Monate anhalten können.
Bei etwa einem Drittel der Betroffenen treten Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auf, die zu dauerhaften Behinderungen führen können. In rund einem Prozent der Fälle mit neurologischen Anzeichen endet die Erkrankung tödlich. Expertinnen und Experten betonen, dass schwere FSME-Verläufe auch bei Kindern auftreten können und regelmäßige Impfungen entscheidend zur Vermeidung solcher Fälle beitragen würden.
Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich, es können nur die Symptome therapiert werden.
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