Während die Natur erwacht, lauern im Grünen winzige Gefahren. Zecken tragen tödliche Krankheiten in sich – schnelles Handeln nach einem Biss kann Leben retten.
Mit Beginn der warmen Jahreszeit steigt die Gefahr durch Zecken erheblich an. Nahezu das gesamte bayerische Staatsgebiet wird als Risikogebiet für zeckenübertragene Erkrankungen eingestuft. Nach jedem Aufenthalt im Freien ist daher eine gründliche Körperkontrolle unerlässlich. Die Parasiten bevorzugen besonders gut durchblutete Hautregionen für ihren Biss. Dabei können sie gefährliche Krankheitserreger wie Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen – beide Infektionen können im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben.
Laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts ist nahezu der gesamte Freistaat Bayern ein FSME-Risikogebiet – lediglich die kreisfreie Stadt Schweinfurt ist davon ausgenommen. Deutschlandweit wurden 2024 bereits 687 FSME-Fälle gemeldet, wobei die überwiegende Mehrheit der Erkrankten keinen vollständigen Impfschutz hatte. Besonders besorgniserregend: Bei den milden Temperaturen der letzten Jahre sind Zecken mittlerweile fast ganzjährig aktiv, mit einer Hauptübertragungszeit von April bis November.
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Sobald der Frühling erwacht und die Sonne lockt, verbringen viele Menschen ihre Freizeit draußen. Ist der FSME-Impfschutz gegen Zeckeninfektionen noch wirksam? Eine vollständige Immunisierung bietet zumindest gegen die virale FSME-Erkrankung zuverlässigen Schutz, erfordert jedoch regelmäßige Auffrischungen.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Menschen, die sich in Risikogebieten regelmäßig im Freien aufhalten, eine vollständige FSME-Impfung. Alarmierend: 98 Prozent der 2024 gemeldeten FSME-Erkrankten waren entweder ungeimpft oder hatten keinen ausreichenden Impfschutz. Besonders für Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko – etwa durch Freizeit oder Beruf im Grünen – ist die Impfung dringend angeraten.
Ob Wanderungen, Picknicks oder sportliche Aktivitäten – der Sommer lädt zu zahlreichen Outdoor-Unternehmungen ein. Doch ausgerechnet in den beliebten Naherholungsgebieten wie Wäldern, Wiesen, Parkanlagen und Gärten lauern die kleinen Spinnentiere. Besonders in Regionen mit feuchtwarmen Klimabedingungen finden Zecken ideale Lebensbedingungen vor.
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Zecken richtig entfernen
Zunächst das Wichtigste: Bei der Zeckenentfernung gibt es keine grundsätzlich „falsche“ Methode – falsch wäre einzig, den Parasiten in der Haut zu belassen. Nach einem Zeckenbiss zählt jede Minute, denn je schneller das Tier entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Krankheitsübertragung. Zecken verfügen über einen speziellen Stechapparat mit winzigen Widerhaken, die sich beim Biss in der Haut verankern. Zusätzlich sondern sie ein klebriges Sekret ab, das sie fest mit der Haut verbindet. Dies erklärt den spürbaren Widerstand beim Entfernungsversuch.
Für die Entfernung eignen sich spezielle Zeckenpinzetten, herkömmliche spitze Pinzetten, Zeckenkarten oder Zeckenschlingen, die in Apotheken und Drogerien erhältlich sind. Fassen Sie das Tier möglichst hautnah mit dem gewählten Werkzeug. Ziehen Sie die Zecke dann mit einer kontrollierten, senkrechten Bewegung aus der Haut – entschieden, aber behutsam. Bei Verwendung einer normalen Pinzette kann ein vorsichtiges Hin- und Herbewegen vor dem eigentlichen Zug hilfreich sein. Eine Drehung im Uhrzeigersinn ist nicht erforderlich. Vermeiden Sie, die Zecke zu quetschen. Bei Nutzung einer Zeckenkarte: Schieben Sie die Karte mit dem Schlitz möglichst hautnah unter den Parasiten und bewegen Sie sie vorsichtig weiter, bis sich die Zecke löst, anstatt aktiv zu ziehen.