Tropische Überraschung im winterlichen Wien: Der Tiergarten Schönbrunn verwandelt sein Regenwaldhaus in eine spektakuläre Erlebniswelt mit nächtlichen Geheimnissen.
Während draußen frostige Temperaturen herrschen, entsteht im Tiergarten Schönbrunn in Wien bereits ein Stück tropischer Regenwald. Nach zwei Jahrzehnten wird das Regenwaldhaus komplett renoviert und in diesem Jahr mit einem völlig überarbeiteten Konzept der Öffentlichkeit präsentiert. Das Ziel ist eine tropische Erlebniswelt, die laut Tiergarten „die ökologische Bedeutung des Regenwaldes eindrucksvoll vermittelt“.
In unmittelbarer Nachbarschaft wartet eine weitere Hauptattraktion auf die Gäste: eine mehr als acht Meter hohe Anlage für Fledermäuse. Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck erklärt das Konzept: „Wir erleben hier den Regenwald bei Nacht. Im Mondlicht, umgeben von Nebelschwaden, blicken wir über ein Gewässer hinweg direkt in den Regenwald und können die faszinierenden Blumenfledermäuse beobachten“. Zu den besonderen tierischen Neuzugängen gehören auch die vom Aussterben bedrohten Chinesischen Schuppentiere, die europaweit derzeit nur in zwei Zoos zu sehen sind.
Nachtaktive Bewohner
In diesem Bereich des Hauses wurden Tag und Nacht bewusst vertauscht, damit Besucher die nachtaktiven Tiere während der Öffnungszeiten bei voller Aktivität erleben können. Die Stahlbeton-Konstruktion des Rohbaus lässt bereits die gewaltigen Ausmaße der Anlage erkennen. Die Blumenfledermäuse, aktuell noch im Terrarienhaus untergebracht, stehen quasi schon für ihren Umzug bereit.
Bestäubungs-Experten
In den Regenwäldern Südamerikas spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Bestäubung: Jede Nacht besuchen sie bis zu 1.000 Blüten für Nektar und Pollen und bestäuben dabei zahlreiche Pflanzenarten. Kurator Anton Weissenbacher beschreibt das künftige Erlebnis: „Im Regenwaldhaus werden die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Verhalten aus nächster Nähe beobachten können. Blumenfledermäuse sind nur etwa so groß wie Mäuse, doch ihre Zunge ist eineinhalbmal so lang wie ihr Körper.
An speziellen Nektartränken werden sie – ähnlich wie Kolibris – in der Luft schwirren, Nahrung aufnehmen und anschließend wieder im Dunkel des Regenwaldes verschwinden“.