Ab Juli sinken die Steuern auf Grundnahrungsmittel – doch ob das Geld wirklich beim Konsumenten ankommt, bezweifeln viele.
Zum 1. Juli sinkt die Umsatzsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel – darunter Milch, Eier und frisches Gemüse – von zehn auf 4,9 Prozent. Die Bundesregierung verfolgt damit das Ziel, Haushalte finanziell zu entlasten. Doch eine Erhebung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz zeichnet ein ernüchterndes Bild: Drei Viertel der Befragten zweifeln daran, dass die Ersparnis tatsächlich vollständig im Geldbörsel der Verbraucherinnen und Verbraucher landet.
Nahezu ebenso viele sehen in der Maßnahme eher ein politisches Signal als einen wirksamen Eingriff in die Preisentwicklung.
Gespaltene Erwartungen
Dennoch zeigt die Studie, dass die Einschätzungen je nach Lebensrealität deutlich auseinandergehen. Jüngere Befragte, einkommensschwächere Haushalte sowie Familien stehen der Steuersenkung vergleichsweise aufgeschlossener gegenüber. Rund ein Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer will künftig bewusster auf preisgünstigere Lebensmittel setzen – allerdings erwartet weniger als die Hälfte davon, am Ende des Monats tatsächlich spürbar mehr Geld übrig zu haben.
Klare Bedingung
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Johannes Kepler Universität Linz leiten daraus eine klare Schlussfolgerung ab: Damit steuerliche Entlastungsmaßnahmen das Konsumverhalten nachhaltig beeinflussen, müssen Preisveränderungen für die Bevölkerung im Alltag unmittelbar erfahrbar sein.
Bleibt diese Spürbarkeit aus, verpufft die Wirkung solcher Eingriffe weitgehend.