Erdbeere nein, Spargel ja – Tirols Händler kämpfen mit Fragezeichen, während die Uhr bis zum 1. Juli tickt.
Ab dem 1. Juli soll der Mehrwertsteuersatz auf bestimmte Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent gesenkt werden. Der Nationalrat wird den entsprechenden Beschluss noch in dieser Woche fassen. Nach Angaben der Bundesregierung soll eine vierköpfige Familie dadurch jährlich rund 100 Euro einsparen.
Unsicherheit im Handel
Welche Produkte konkret unter die neue Regelung fallen, ist derzeit noch offen – der Nationalrat hat noch nicht abgestimmt. Im Tiroler Lebensmittelhandel und -gewerbe sorgt dieser Umstand für erhebliche Unsicherheit. Lebensmittel-Innungsmeister Georg Schuler beklagt das Fehlen klarer Informationen: „Es hängt alles davon ab, bis wann das Gesetz kommt. Es wird ein Riesenthema sein, ob wir es dann schaffen können.“
Stefan Mair, Lebensmittelhändler und Gremialobfrau-Stellvertreter in der Wirtschaftskammer Tirol, vermisst bei der Produkteinteilung eine nachvollziehbare Systematik: „Es wird nicht bei allen Obst- und Gemüsesorten die Mehrwertsteuer gesenkt. Da ist beispielsweise offenbar die Erdbeere nicht betroffen, der Spargel aber schon.“
Forderung nach Unterstützung
Die Wirtschaftskammer Tirol kritisiert, dass Unternehmen derzeit weder über ausreichende Planungssicherheit noch über die nötige Rechtssicherheit verfügen. Als zusätzliche Belastung wertet sie den Umstand, dass zahlreiche Betriebe ihre Kassensysteme anpassen müssten, um den ungewöhnlichen Steuersatz mit Nachkommastelle technisch verarbeiten zu können.
Gerade für kleinere Unternehmen bedeute das in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Phase einen erheblichen finanziellen Aufwand.
Die Wirtschaftskammer Tirol fordert daher Unterstützung bei den bevorstehenden Preisumstellungen.