XXXLutz will über 140 Porta-Filialen schlucken – doch Brüssel bremst: Die EU-Kommission prüft den Deal auf mehreren Ebenen.
Die EU-Kommission hat eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme des deutschen Möbelhändlers Porta durch die österreichische Kette XXXLutz eingeleitet. Ziel der Untersuchung ist es, mögliche Wettbewerbsverzerrungen auf dem europäischen Möbelmarkt frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
XXXLutz hatte die Übernahme von mehr als 140 Porta-Filialen bereits zu Jännerbeginn bekanntgegeben. Das Unternehmen betreibt selbst über 1.800 Geschäfte und zählt gemeinsam mit Porta zu den marktbestimmenden Möbeleinzelhändlern in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die Kommission erklärte, sie wolle sicherstellen, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in den betroffenen Märkten nicht nachhaltig schädigt.
Wettbewerbsrechtliche Bedenken
Die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Behörde richten sich vor allem auf die Situation in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Dort könnte eine Konzentration unter einem Dach zu steigenden Preisen und einem eingeschränkten Angebot für Konsumentinnen und Konsumenten führen. Zusätzlich steht der Einkaufsverband Giga International, über den XXXLutz einen erheblichen Teil seiner Beschaffung abwickelt, im Fokus der Analyse – seine zentrale Stellung könnte die Marktmacht des Unternehmens nach einer erfolgreichen Übernahme weiter ausbauen.
Gesondertes Verfahren
Parallel zur wettbewerbsrechtlichen Hauptprüfung hat die EU-Kommission ein gesondertes Verfahren eingeleitet. Dabei soll geklärt werden, ob die beteiligten Unternehmen gegen das sogenannte Durchführungsverbot verstoßen haben.
Dieses schreibt vor, dass Fusionen erst nach ausdrücklicher Genehmigung durch die Kommission vollzogen werden dürfen – eine Voraussetzung, die den fairen Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt absichern soll.