Die Wiener Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Doppelmordes gegen einen 18-jährigen Mann eingereicht. Dem Jugendlichen wird vorgeworfen, im Sommer 2023 zwei schlafende Obdachlose mit einem Messer tödlich verletzt zu haben, KOSMO berichtete. Darüber hinaus habe der damals Minderjährige eine obdachlose Frau schwer verletzt, was als versuchter Mord zur Anklage gebracht wurde.

Geständnis und Ermittlungen
Im Dezember des Vorjahres suchte der damals 17-Jährige eigenständig eine Polizeistation auf und gestand die Taten. Laut Angaben der Behördensprecherin Nina Bussek habe der Angeklagte gestanden, seit Juli gezielt nach Opfern gesucht und diese attackiert zu haben. „Es wurden umfangreiche Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen eingeleitet, woraufhin der Angeklagte sich stellte. Er zeigt sich zu sämtlichen Tatvorwürfen geständig und nannte als Tatmotive Wut, Unruhe und Traurigkeit“, so Bussek.
Psychiatrisches Gutachten und Zurechnungsfähigkeit
Ein aktuelles psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem Jugendlichen Zurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Taten. Der Sachverständige stellte jedoch fest, dass vom Angeklagten aufgrund einer Persönlichkeitsstörung eine erhebliche Gefahr ausgeht. Das Gutachten betont, dass ohne therapeutische Maßnahmen zukünftig erneut Straftaten mit schweren Folgen zu erwarten seien. Daher hat die Staatsanwaltschaft gemäß § 21 Absatz 2 StGB zusätzlich die Unterbringung des Beschuldigten in einem forensisch-therapeutischen Zentrum beantragt.
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Die Anklage ist derzeit noch nicht rechtskräftig. Der 18-Jährige und sein Verteidiger haben nun 14 Tage Zeit, um gegebenenfalls Einspruch zu erheben. Sollte dies geschehen, liegt es am Oberlandesgericht Wien, eine Entscheidung zu treffen.