Start Politik 27 Jahre nach „Oluja“: In Serbien Gedenktag, in Kroatien Feiertag
Säuberungsverbrechen

27 Jahre nach „Oluja“: In Serbien Gedenktag, in Kroatien Feiertag

(FOTO: EPA/SASA STANKOVIC)

Während der 4. August für Kroatien einer der wichtigsten Nationalfeiertage ist, werden in Serbien an diesem Tag zahlreiche Trauerfeiern und Totengedenken abgehalten.

Auslöser für die Sieges- und Trauerfeiern auf der einen und auf der anderen Seite ist die Operation „Oluja“ (Sturm), mit der die kroatische Armee die von den Krajina-Serben besetzten Gebiete im Sommer 1995 zurückerobert hat.

„Eines der größten ethnischen Säuberungsverbrechen der Welt“

Im Vorfeld des kroatischen Jahrestages hatte Serbien die Aktion zur Rückeroberung der serbischen Krajina mit 220.000 Vertriebenen als „eines der größten ethnischen Säuberungsverbrechen der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg“ bezeichnet. Die damals begangenen Kriegsverbrechen seien nie gesühnt worden. Seit 2000 wird „Oluja“ als Tag der Streitkräfte Kroatiens gefeiert.

In Serbien Gedenktag

Die zentrale Veranstaltung anlässlich des Gedenktages für die Verbannten und Opfer der Operation „Oluja“ findet heute Abend auf dem Freiheitsplatz in Novi Sad statt, an der auch der serbische Präsident Aleksandar Vučić teilnehmen wird.

Um 11 Uhr wird in der St. Markus-Kirche in Belgrad sowie in der St. Prokop-Kirche in Prokupac und an anderen Orten in Serbien ein Gedenkgottesdienst für die Opfer von „Oluja“ abgehalten.

In Kroatien Feiertag

Heuer findet in Kroatien die zentrale Veranstaltung zum Jahrestag der Operation „Oluja“ in Knin statt. Heute Abend gibt der kroatische Präsident Zoran Milanović in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Knin einen Empfang. Er soll den Angehörigen der Streitkräfte Auszeichnungen und Beförderungen verleihen.

Das Haager Tribunal beschuldigt drei kroatische Generäle – Anta Gotovina, Ivan Cermak und Mladen Makrač – Verbrechen gegen Zivilisten im Zuge der Operation „Oluja“ begangen zu haben. Gotovina und Markač wurden zu 24 bzw. 18 Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach etwas mehr als einem Jahr freigesprochen und aus der Haft entlassen.