Ein stilles Haus am Stadtrand, ein schockierter Nachbar und dahinter ein Fall, der die Ermittler in Wels beschäftigt.
Ein 51-jähriger Lkw-Fahrer aus Marchtrenk steht im Zentrum schwerwiegender Ermittlungen: Er soll seine 39-jährige Ehefrau gegen ein Entgelt von 500 Euro zur sexuellen Ausbeutung überlassen haben. Die Frau kam im Zuge der Misshandlungen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft Wels führt die Ermittlungen in dem Fall.
Auffindung und Ermittlungen
Die Frau wurde am 26. Juni 2026 mit schweren, stark blutenden Verletzungen in ihrem Wohnhaus in Marchtrenk gefunden. Die Rettung konnte sie nicht mehr retten und stellte den Tod fest. Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt in dem Fall wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person mit Todesfolge.
Schock in der Siedlung
Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtrandsiedlung, in der der Verdächtige lebte, sind die Nachrichten ein Schock. Dass sich hinter der Fassade des Alltags derartige Vorgänge abgespielt haben sollen, ist für viele kaum zu fassen.
„Ich war platt, als ich gelesen hab, was da neben uns passiert ist“, sagte ein direkter Nachbar der „Krone“. Äußerliche Anzeichen hatte es kaum gegeben – lediglich gelegentliche Geräusche aus dem Haus seien aufgefallen, wie ein weiterer Anwohner schilderte: „Man hat nur manchmal einen Pumperer gehört.“
Frühere Gewalt
Dass Gewalt im Leben des Verdächtigen keine neue Erscheinung ist, legen Aussagen seiner ersten Ehefrau nahe. Sie beschreibt einen Vorfall, der schließlich zur Scheidung führte: „In der Folge setzte er sich auf mich drauf und schlug mir mit beiden Fäusten ins Gesicht.“
Ärztliche Untersuchungen dokumentierten damals Prellungen am Kiefer und Jochbein sowie einen Nasenbruch. Den Angaben der Ex-Partnerin zufolge eskalierte die Gewalt in der Ehe nach der Geburt des jüngsten gemeinsamen Sohnes. In dieser Zeit seien auch die Misshandlungen des Familienhundes „Chipsi“ immer schlimmer geworden. Das Tier habe sich bereits beim Anblick des Mannes vor Angst eingenässt. Laut der heute 48-Jährigen sei der Hund bei jeder Kleinigkeit „richtig gedroschen“ worden. Sie sprach von „extremen Misshandlungen“ und gab „Chipsi“ schließlich weg.