Start Gesundheit 4 Impfstoffmythen im Faktencheck
CORONAVIRUS

4 Impfstoffmythen im Faktencheck

(FOTOS: iStockphotos)

Derzeit kursieren im Netz jede Menge Theorien zu möglichen Impfschäden: Von Unfruchtbarkeit bis hin zu mutiertem Erbgut reichen die Sorgen. KOSMO hat einen Faktencheck zusammengestellt.

Mit dem Aufkommen der Pandemie und nun mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus, wurde die Sorge vieler Menschen immer größer. Viele befürchten negative Folgen der „zu wenig getesteten“ Vakzine. Da heißt es etwa, CoV-Impfstoffe sollen unfruchtbar machen oder ins Erbgut eingreifen. Experten fordern daher mehr gezielte und verständliche Informationen rund um die neuen Präparate. KOSMO hat einen Faktencheck der vier populärsten Impfstoffmythen zusammengestellt.

Mythos 1: CoV-Impfstoffe machen unfruchtbar
Diese Behauptungen stützen ihre Argumentation meist auf die vermeintliche Ähnlichkeit zwischen dem sogenannten Spike-Protein des Coronavirus (mit dem der Erreger an menschliche Zellen andockt) und dem körpereigenen Protein namens Syncytin-1. Letzteres ist bei gebärfähigen Frauen etwa für die Bildung der Plazenta verantwortlich. Die Vermutung ist nun: Nach einer Impfung wird nicht nur eine Immunabwehr gegen das Spike-Protein ausgebildet, sondern diese Reaktion zugleich auch auf Syncytin-1 ausweitet. Das wiederum verhindere die Bildung der Plazenta.

Tatsache ist jedoch: Es gibt überhaupt keine besondere Ähnlichkeit zwischen den beiden Protein, so „dass eine Kreuzreaktion des Impfstoffs im Grunde unmöglich ist“, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe Biochemie und Bioorganische Chemie an der Universität Leipzig, Annette Beck-Sickinger, gegenüber „Freien Presse“.

Lars Dölken, Professor für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg, führt weiters gegenüber der dpa aus: Selbst wenn beide Proteine Ähnlichkeiten aufwiesen, könne man daraus nicht schlussfolgern, dass die körpereigenen Abwehrkräfte gegen das Coronavirus auch das Protein Syncytin-1 angreifen würden.

Und Dölken weiter: Gebe es wirklich so eine erweiterte Reaktion, hätte auch bereits eine Covid-19-Erkrankung schädliche Auswirkungen auf Schwangere haben müssen. Denn der Körper bildet bei einer Infektion dieselben Abwehrmechanismen wie nach einer Impfung. In Studien zu Sars-CoV-2 wurde allerdings keine erhöhte Zahl an Fehlgeburten oder Komplikationen festgestellt.

Mythos 2: Die mRNA-Impfung führt zu Genveränderung