Ein strategischer Kurswechsel kostet Porsche Milliarden – und der Jahresgewinn des Stuttgarter Autobauers schmilzt auf ein Minimum.
Die milliardenschweren Kosten, die Porsche für die Rückkehr zum Verbrennungsmotor aufwenden musste, haben den Jahresgewinn des Stuttgarter Sportwagenherstellers nahezu vollständig aufgezehrt. Wie der Dax-Konzern bekanntgab, brach das Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. 2024 hatte das Unternehmen unter dem Strich noch knapp 3,6 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Auch beim Umsatz gab es Einbußen: Er sank um fast zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim operativen Gewinn aus, der um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro absackte. Im Kerngeschäft mit Fahrzeugen – ohne die Finanzdienstleistungen – verblieb ein operatives Ergebnis von lediglich 90 Millionen Euro, nachdem es im Jahr 2024 noch bei knapp 5,3 Milliarden Euro gelegen hatte. Parallel dazu schrumpfte 2025 der Absatz an den Autohandel um 15 Prozent auf 266.000 Fahrzeuge.
Strategischer Kurswechsel
Bereits 2024 hatte sich für das Stuttgarter Unternehmen eine zunehmend schwierige Lage abgezeichnet – doch das vergangene Jahr brachte weitere Belastungen. Das Chinageschäft entwickelte sich schleppend, US-Zölle schlugen finanziell erheblich zu Buche, und die Elektrofahrzeuge des Unternehmens stießen auf deutlich geringere Nachfrage als erwartet. Noch vor seinem Abgang leitete der damalige Porsche-Chef Oliver Blume deshalb eine strategische Neuausrichtung ein: Ein erweitertes Angebot an Verbrennern soll dem Unternehmen wieder Auftrieb verschaffen.
Dieser Kurswechsel ist allerdings zunächst mit erheblichen Kosten verbunden. Allein die Verlängerung der Verbrenner-Modellreihen schlug mit rund 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kamen rund 700 Millionen Euro für die Abwicklung der Batterietochter sowie ein ähnlich hoher Betrag durch die US-Zölle – in der Summe ergeben sich damit Sonderbelastungen von rund 3,9 Milliarden Euro.
Ausblick unter Leiters
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Porsche zwar mit einer Erholung. Das Management unter dem neuen Unternehmenschef Michael Leiters geht jedoch weiterhin von „sehr herausfordernden Marktbedingungen“ und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten aus. Mögliche Folgen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien in dieser Einschätzung noch nicht berücksichtigt.
Leiters übernahm die Führung des Unternehmens zu Jahresbeginn von Blume, der sich seither vollständig auf seine Rolle als Chef der Konzernmutter Volkswagen konzentriert.