Eine gewaltige Rauchwolke verdunkelt den Himmel über dem Südwesten Berlins. Ein Großbrand im Werk der Firma Diehl Metall hat am heutigen Tage die Hauptstadt in Atem gehalten. Die Bevölkerung ist in Alarmstimmung: Giftiger Rauch breitet sich über der Hauptstadt aus. Bewohner werden angehalten, Straßen zu meiden, Zuflucht in Gebäuden zu suchen und Fenster sowie Lüftungs- und Klimaanlagen aus Sicherheitsgründen geschlossen zu halten.

Industriekomplex in Flammen
Adrian Wenzel, Sprecher der Berliner Feuerwehr, schilderte die dramatische Situation: Ein Großbrand hat einen vierstöckigen Gebäudeteil zum Einsturz gebracht. Die Löscharbeiten finden ausschließlich von außen statt, da das Innere des Gebäudes nicht mehr sicher zu betreten ist. „Das Gebäude brennt auf vier Etagen komplett durch, ein Teil ist bereits eingestürzt, und die Feuerwehr löscht nur von außen, da der Brand von innen nicht mehr kontrollierbar ist“, berichtet Wenzel von der Einsatzstelle. Insgesamt kämpfen rund 160 Feuerwehrleute gegen die Flammen.
🇩🇪 In Berlin, there is a fire at the defense-industrial company Diehl.
— DD Geopolitics (@DD_Geopolitics) May 3, 2024
Toxic smoke from the fire at the plant has covered part of Berlin.
Residents are asked to close doors and windows and turn off air conditioners.
Diehl, among other things, produces the Iris-T air defense… pic.twitter.com/pTPiWjlj5G
Gefährliche Chemikalien im Spiel
Die Gefahr ist nicht allein auf die Flammen beschränkt. In dem Brandgebäude wurden auch gefährliche Stoffe gelagert. „Es brennen auch Chemikalien im Gebäude, darunter Schwefelsaure und Kupfercyanid, mit der Gefahr der Bildung von Blausäure“, erklärt Wenzel. Die Bevölkerung wurde über Warnapps umgehend informiert und zur Vorsicht aufgerufen.
‼️ A defense-industrial company factory is on fire in Berlin
— NEXTA (@nexta_tv) May 3, 2024
According to media reports, a fire with toxic smoke occurred at a metallurgical plant of the defense-industrial company Diehl. The company is the main contractor of the IRIS-T production program and ammunition for this… pic.twitter.com/jZBBXTEdSm
Toxischer Rauch erfordert Schutzmaßnahmen
Die Polizei hat per Lautsprecherdurchsage die Anwohner vor den gefährlichen Rauchgasen gewarnt und dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, Fenster zu schließen und Klimaanlagen abzuschalten. Eine vorübergehende Entwarnung wurde am Nachmittag gegeben, als sich der Gefahrenbereich leicht verringerte. „Die Gefahrenzone hat sich etwas verkleinert, der Gefahrenbereich erstreckt sich nun vom Norden bis kurz vor die A115 im Grunewald und südlich bis zur Berliner Stadtgrenze bis zum Teltow-Kanal“, teilt ein Feuerwehrsprecher mit.
Update #Großbrand #Lichterfelde #Rauch zieht Richtung Norden und es wurde eine #Warnung herausgegeben.
— Berliner Feuerwehr (@Berliner_Fw) May 3, 2024
⚠️Verhaltenshinweise bei #Brandgeruch im Gebiet der Warnkarte⚠️:
-Fenster und Türen geschlossen halten
-Klimaanlagen ausschalten
-meiden sie verrauchte Bereiche pic.twitter.com/KMdV9fuDL9
Auswirkungen auf die Öffentlichkeit
Aufgrund des Brandes und der damit einhergehenden Rauchentwicklung wurden lokale Schulen evakuiert und der Unterricht abgebrochen. Auch Handelsbetriebe, darunter ein Baumarkt und ein Möbelbaus, mussten geschlossen werden. Die Feuerwehr fuhrt weiterhin intensive Löscharbeiten durch und überwacht die Rauchentwicklung mittels Drohnen.
Keine Rüstungsgüter in Flammen
Betroffen von dem Brand ist die Firma „Diehl Metal Applications“ – ein Unternehmen, das auf die Galvanisierung von Metalloberflachen spezialisiert ist und zur deutschen Unternehmensgruppe Diehl gehört. Diese ist eng mit der Verteidigungsbranche verbunden und hat in der gleichen Straße auch die Tochterfirma Diehl Defence, die unter anderem Luftverteidigungssysteme für die Bundeswehr entwickelt.
Spezialeinheiten im Einsatz
Angesichts der Schwere des Brandes und der damit verbundenen Gefahr durch Chemikalien wurden Spezialkräfte zur Unterstützung hinzugezogen. Sowohl die Flughafenfeuerwehr als auch die Werksfeuerwehr des Bayer-Konzerns bereichern die Einsatzkräfte mit ihrem Fachwissen im Umgang mit gefährlichen Stoffen.
Ermittlungen zur Brandursache ausstehend
Aktuell liegt noch keine Erkenntnis zur Ursache des Feuers vor, wie Wentzel erläutert. Glücklicherweise gibt es laut Feuerwehrsprecher keine Verletzten; alle betroffenen Personen konnten das Gebiet selbstständig verlassen.
