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Kontroverse

Erdogan ohrfeigt Jungen weil er ihm keinen Handkuss gibt (VIDEO)

Erdogan ohrfeigt Jungen weil er ihm keinen Handkuss gibt (VIDEO)
(FOTO: EPA-EFE/ERDEM SAHIN)
2 Min. Lesezeit |

Im Rahmen einer Veranstaltung, die in der türkischen Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt hat, geriet der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan jüngst in die Schlagzeilen. Während einer Eröffnungsfeier für ein Bauvorhaben in Rize, einer Stadt im Nordosten der Türkei, kam es zu einem Vorfall, bei dem Erdogan einem zögerlichen Jungen vor versammeltem Publikum eine Ohrfeige verabreichte, da dieser den traditionellen Handkuss verweigerte.

Nach seiner Rede lud Erdogan Einwohner der Region auf die Bühne, unter ihnen zwei Jungen mit ihren Eltern. Als einer der Jungen die Hand des Präsidenten nicht wie erwartet mit einem Kuss bedachte, sondern stattdessen die Hand entgegenstreckte, reagierte Erdogan mit einer Ohrfeige. Im Anschluss an diese Geste gab das Kind dem Präsidenten einen Handkuss, woraufhin Erdogan ihm einen Geldschein überreichte.

Erneuter Vorfall bei Nachbarschaftstreffen

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich während eines Treffens in der Stadt Güneysu, ebenfalls in der Region Rize. Medienberichten zufolge gab Erdogan einem weiteren zögerlichen Kind einen leichten Klaps auf die Wange, nachdem dieses beim Handkuss gezögert hatte.

Die Verbreitung der Videos in sozialen Netzwerken löste eine breite Diskussion aus. Auf der Plattform X etwa sind die Meinungen geteilt. Während einige Nutzer das Verhalten des Präsidenten entschieden kritisieren und es als unangemessen brandmarken, verteidigen andere Erdogan und verweisen auf die kulturelle Bedeutung des Handkusses in der Türkei.

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Kultureller Hintergrund

Der Handkuss gilt in der Türkei als Ausdruck von Respekt und Zuneigung gegenüber Älteren und ist tief in der türkischen Kultur verwurzelt. Er wird vor allem von Jüngeren gegenüber älteren Personen wie Eltern, Verwandten oder Lehrern praktiziert. Die Geste symbolisiert die Anerkennung der älteren Generation und ihrer Autorität.

Die Debatten um die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen Perspektiven zur Ausübung traditioneller Bräuche und die Frage, inwieweit sie im öffentlichen Raum eingefordert werden können – speziell durch hochrangige Vertreter des Staates.

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KO KOSMO-Redaktion
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