Am 22. Jahrestag der tragischen Anschläge vom 11. September 2001 in den USA richteten die österreichischen Behörden ihre Aufmerksamkeit auf eine großangelegte Anti-Terror-Operation.
Über das gesamte Bundesgebiet hinweg führten sie Razzien gegen etwa 20 Personen durch, die im Verdacht stehen, sich terroristischen Aktivitäten verschrieben zu haben.

Durchsuchungen in Haftanstalten und Privatadressen
Nicht nur Wohnungen, sondern auch schon verurteilte islamistische Extremisten standen im Fokus der Ermittler. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchsuchten Eliteeinheiten der Polizei, darunter die Cobra, zahlreiche Privatadressen. Parallel dazu durchforsteten Justizwachebeamte die Zellen in zehn Haftanstalten. Ziel war es, mögliche Verbindungen und Netzwerke der Anhänger islamistischer Gruppierungen aufzudecken.
Der Nahostkonflikt als Auslöser
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im vergangenen Oktober, brodelt es besonders in der gewaltbereiten islamistischen Szene. Eine besorgniserregende Entwicklung zeigt sich insbesondere bei Jugendlichen, die sich vermehrt über soziale Medien wie TikTok radikalisieren. Die traditionelle Rolle der Moscheen als Ort für Hasspredigten scheint abgelöst zu sein: Einzelgänger, oft als „einsame Wölfe“ bezeichnet, finden ihren Weg in die Terrorwelt online.
[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]
Unmittelbar nach den Durchsuchungen begann der Staatsschutz mit den Verhören der Verdächtigen. Zudem wurden zahlreiche Mobiltelefone und Computer sichergestellt, die nun intensiv auf mögliche geheime Kommunikation hin überprüft werden. Die Ermittler hoffen durch diese Maßnahme, möglicherweise geplante Terrorakte bereits im Vorfeld vereiteln zu können.