Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tennis-Star

Jahrelang misshandelt: Ex-Profi Dokic nimmt Abschied vom Peiniger-Vater

Jahrelang misshandelt: Ex-Profi Dokic nimmt Abschied vom Peiniger-Vater
FOTO: EPA/MARTYN HAYHOW/DAN PELED
3 Min. Lesezeit |

Damir Dokic, Vater der früheren Tennisspielerin Jelena Dokic, ist verstorben. Seine Tochter teilte auf Instagram mit, dass er bereits am 16. Mai im Alter von 66 Jahren gestorben ist. Die aus Kroatien stammende Australierin mit serbischen Wurzeln erreichte in ihrer Karriere beachtliche Erfolge: 2002 kletterte sie bis auf Position 4 der Weltrangliste, stand 2000 im Wimbledon-Halbfinale, gewann sechs Turniere und erspielte Preisgelder von über 4,4 Millionen Dollar. Doch ihre sportliche Laufbahn wurde von der problematischen Beziehung zu ihrem Vater überschattet.

In einem früheren Interview mit BILD schilderte Jelena Dokic erschütternde Details ihrer Kindheit und Jugend. „Ich wurde 15 Jahre körperlich misshandelt und verbal über 20 Jahre.“ Wie er mich bezeichnete, als Hure, Schlampe, Kuh, das tut sehr weh, und du verlierst jedes Selbstbewusstsein, fühlst dich wertlos.“ Die Misshandlungen begannen, als sie sechs Jahre alt war. Einmal sei sie bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen worden.

⇢ Fünffacher Vater nach Missbrauchsvorwürfen vor Gericht

Sie berichtete von Schlägen mit dem Gürtel und davon, wie ihr Vater sie anspuckte. „Das ging jeden Tag so. Über Jahre. Ich wurde auch nach Siegen geschlagen. Das spielte keine Rolle. Aber auch die Beleidigungen. Einer Elfjährigen zu sagen, sie sei eine Hure, das war unheimlich schmerzhaft. Er hat mich emotional gebrochen.“

Traumatische Folgen

Die jahrelangen Misshandlungen hinterließen tiefe seelische Wunden. Jelena Dokic litt ein Jahrzehnt lang unter Depressionen, die schließlich in einem Suizidversuch gipfelten. „Ich lebte in Monte Carlo, im 20. Stock. Ich ging auf den Balkon, stand an der Brüstung und wollte springen“, erzählte sie.

Damir Dokic fiel nicht nur als Vater, sondern auch im Tennisumfeld durch sein aggressives Verhalten auf, was zu seinem Ausschluss von der Tour führte. 2009 verbüßte er eine Gefängnisstrafe, nachdem er gedroht hatte, den australischen Botschafter in Belgrad in die Luft zu sprengen.

Würdevoller Abschied

Trotz dieser belasteten Vergangenheit reagierte Jelena Dokic auf den Tod ihres Vaters mit bemerkenswerter Fassung. In ihrem Instagram-Beitrag schrieb sie: „Wie ihr wisst, war meine Beziehung zu meinem Vater schwierig und schmerzhaft. Trotz allem und egal wie hart, schwierig und in den letzten 10 Jahren sogar nicht existent unsere Beziehung und Kommunikation war, ist es nie leicht, einen Elternteil zu verlieren, selbst wenn man sich von ihm entfremdet hat.“

Sie beschrieb ihre Gefühle als komplizierte Trauer, die widersprüchliche und vielschichtige Emotionen in ihr auslöse. In ihrem Beitrag konzentrierte sich die ehemalige Tennisspielerin bewusst auf positive Erinnerungen.

Zu einem Foto, das ihren Vater in Shorts auf einem Hocker sitzend mit ihr als kleinem Kind im Arm zeigt, schrieb sie: „Zum Abschluss dieses Kapitels möchte ich mich auf eine schöne Erinnerung wie dieses Bild konzentrieren.“

Trotz der traumatischen Erlebnisse bewahrt sie eine würdevolle Haltung. „Ich als Person stehe für Respekt, Anmut, Freundlichkeit, Würde und Empathie. Das ist mir besonders wichtig und das möchte ich mir auch in dieser Situation bewahren.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen