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Gefährliche Nebenwirkung: Ozempic kann Verhütungsmittel unwirksam machen

Gefährliche Nebenwirkung: Ozempic kann Verhütungsmittel unwirksam machen
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Die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) hat eine dringende Warnung zu beliebten Abnehmspritzen wie Ozempic, Wegovy und Mounjaro herausgegeben. Die Medikamente könnten nicht nur die Wirksamkeit von Verhütungsmitteln reduzieren, sondern auch Risiken für ungeborene Kinder bergen. Frauen, die diese Präparate verwenden, werden daher zu besonderer Vorsicht aufgerufen.

Besonders kritisch sieht die Behörde den Wirkstoff Tirzepatid, der in Mounjaro enthalten ist und als besonders potent gilt. Anwenderinnen sollten ihre Verhütungsmethoden „verdoppeln“, wenn sie gleichzeitig die Pille einnehmen. „Mounjaro kann die Wirksamkeit oraler Verhütungsmittel bei übergewichtigen Personen verringern“, warnt die MHRA und betont, dass sicherer Sex „besonders wichtig ist für die vier Wochen nach Beginn der Mounjaro-Einnahme und nach jeder Dosiserhöhung.“

Frauen, die während der Behandlung schwanger werden, sollten die Injektionen umgehend absetzen. Gleiches gilt für stillende Mütter. Die Behörde begründet diese Empfehlung mit fehlenden Sicherheitsdaten: „Es gibt nicht genügend Informationen, um zu wissen, ob die Einnahme des Medikaments dem Baby schaden könnte.“

Die Warnung kommt nicht von ungefähr. Die MHRA hat bereits über 40 Berichte über Schwangerschaften bei Anwenderinnen dieser Medikamente erhalten – 26 davon im Zusammenhang mit Mounjaro und acht mit Semaglutid, dem Wirkstoff in Ozempic und Wegovy. Die dokumentierten Fälle umfassen Geburtsfehler, Fehlgeburten und ungeplante Schwangerschaften trotz Verhütung.

In einigen Fällen empfiehlt die Aufsichtsbehörde, noch bis zu zwei Monate nach Absetzen der Medikamente zu verhüten, bevor eine Schwangerschaft angestrebt wird. Der Grund für die verminderte Wirksamkeit der Pille liegt auf der Hand: Mounjaro stört die Verdauung und kann dadurch das Verhütungsmittel aus dem Körper spülen, bevor es vollständig wirken kann.

Obwohl die Beipackzettel bereits Warnhinweise enthalten, scheint das Problem weitreichender zu sein als bisher angenommen. Schätzungen zufolge erhielten allein in England etwa 35.000 Frauen im gebärfähigen Alter diese Spritzen 2024 auf NHS-Rezept – die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele die Medikamente privat beziehen.

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Die MHRA warnt zudem ausdrücklich vor dem Kauf dieser Präparate aus nicht regulierten Quellen wie Schönheitssalons oder über soziale Medien. Dr. Alison Cave, MHRA-Sicherheitschefin, stellt klar: „Skinny-Spritzen sind Medikamente, die zur Behandlung spezifischer Erkrankungen zugelassen sind und nicht als ästhetische oder kosmetische Behandlungen verwendet werden sollten.“ Sie sind keine Schnelllösung zum Abnehmen und wurden nicht darauf geprüft, ob sie bei dieser Verwendung sicher sind.

Experten vermuten, dass genau jene Mechanismen, die zum Abnehmerfolg führen, auch die Verhütungswirkung beeinträchtigen könnten. Dr. Channa Jayasena vom Imperial College London erklärt: „Wir denken, dass die Aufnahme oraler Verhütungspillen durch GLP-1-Medikamente, die die Magenentleerung verlangsamen, verringert werden kann, obwohl mehr Forschung nötig ist, um dies zu bestätigen.“ Er hält die MHRA-Warnung für „vernünftig“ und weist darauf hin, dass andere Formen der Gewichtsabnahme wie bariatrische Operationen das Fehlgeburtsrisiko erhöhen können.

Professorin Rebecca Reynolds von der Universität Edinburgh ergänzt, dass Tierstudien auf mögliche Schäden wie niedriges Geburtsgewicht und Skelettanomalien hindeuten. „Es gibt kaum verfügbare Daten aus Humanstudien, um beraten zu können, ob diese Abnehmmittel in der Schwangerschaft sicher sind“, betont sie.

Die Nationale Apothekervereinigung Großbritanniens ruft Frauen zur Vorsicht auf. Jasmine Shah, Arzneimittelsicherheitsbeauftragte, beobachtet „ein noch nie dagewesenes Interesse an Abnehmspritzen“ und fordert, dass „Vorschriften und Leitlinien mit dieser Nachfrage Schritt halten und dass die Patientensicherheit im Mittelpunkt all unserer Handlungen steht.“

Zahlreiche Berichte über unerwartete Schwangerschaften unter Anwendung von Abnehmspritzen kursieren bereits. Die US-Amerikanerin Deb Oliviara berichtete in einem viral gegangenen Video, wie sie während der Einnahme von Semaglutid schwanger wurde: „Es verringert die Wirksamkeit von Verhütungsmitteln und erhöht auch deine Fruchtbarkeit.“ Eine andere Frau teilte auf Reddit ein Bild ihres positiven Schwangerschaftstests mit dem Hinweis, dass Abnehmspritzen „es für orale Medikamente wie Verhütungsmittel schwer machen, wirksam zu sein.“

Die Warnungen werden über das „Yellow Card“-Programm der MHRA erfasst – ein Meldesystem, das nach dem Thalidomid-Skandal der 1960er Jahre eingerichtet wurde.

Es ermöglicht Ärzten, Apothekern und Patienten, Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen zu melden, was zu Überprüfungen, Warnhinweisen oder sogar Marktrücknahmen führen kann.

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KO KOSMO-Redaktion
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