Nach drei Monaten Stillstand und wochenlangen Reparaturarbeiten rollen die Züge auf der Weststrecke wieder mit Höchsttempo. Die Folgen des Jahrhunderthochwassers sind beseitigt.
Der erste Cityjet Express 5 rollte heute um 4:48 Uhr vom Wiener Westbahnhof als Vorreiter über die komplett sanierte Weststrecke. Nach Abschluss der finalen Instandsetzungsarbeiten können Züge die Strecke wieder mit der Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h befahren. Die ÖBB verweist auf den einwandfreien Zustand der Trasse und betont die erfolgreiche Durchführung der Baumaßnahmen. Die Schutzvorrichtungen gegen Extremwetterereignisse wurden durch nachhaltige und verbesserte Lösungen ersetzt.
Die verlängerten Fahrzeiten der vergangenen Wochen haben ihre Ursache in Ereignissen des Vorjahres. Ein Jahrhunderthochwasser hatte im Herbst massive Schäden an den Gleisanlagen zwischen Wien, Tullnerfeld und St. Pölten verursacht. Die zentrale Bahnverbindung Österreichs war dadurch drei Monate außer Betrieb, was für Pendler eine halbstündige Fahrzeitverlängerung bedeutete. Nach einer vorläufigen Wiederinbetriebnahme im Dezember 2024 folgte ab 12. Mai eine erneute Streckensperrung.
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Umfassende Bauarbeiten
Die dreiwöchige Bauphase diente der Umsetzung der abschließenden Reparaturarbeiten. Schwerpunkte bildeten der Atzenbrugger Tunnel, der Lainzer Tunnel sowie der Bahnhof Tullnerfeld. Dabei wurden temporäre Konstruktionen demontiert und durch dauerhafte Einrichtungen ersetzt. Als Vorsorgemaßnahme gegen künftige Unwetterereignisse wurden kritische Infrastrukturelemente wie die etwa 2.000 Verteilerkästen höher positioniert.
Der Lainzer Tunnel wurde umfassend renoviert. Zusätzlich können beide Tunnelbauwerke künftig mit mobilen Hochwasserschutzeinrichtungen gesichert werden. Die Bauarbeiten wurden auch genutzt, um die Bahnsteige in Tullnerfeld auf rund 420 Meter zu verlängern.
Normalbetrieb wiederhergestellt
Für die Wiederherstellung wurden 200 Mobilfunkantennen, 250 Kilometer Kabelstränge und circa 2.000 Verteilerkästen verbaut. Die stark frequentierte Bahnverbindung durch das Tullnerfeld steht den täglich etwa 550 Personen- und Güterzügen wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Pendler können die Strecke zwischen St. Pölten und Wien nun wieder in rund 30 Minuten bei Geschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde zurücklegen.
Die Bahnstrecke befindet sich nach Angaben der ÖBB in „Top-Zustand“.
„Mit guter Planung und Teamwork haben die ÖBB dafür gesorgt, dass die Sperre und die umfassenden Ersatzmaßnahmen reibungslos funktioniert haben und die Hochwasserschäden nun endgültig beseitigt sind“, teilte ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Judith Engel in einer Aussendung mit.