Überhitzte Geräte, Brandgefahr und ein drastischer Eingriff: Google drosselt per Zwangs-Update die Akkuleistung seiner Pixel-6a-Smartphones – besonders bei älteren Modellen.
Googles Pixel 6a kämpft mit gefährlichen Akku-Problemen. Der Technologiekonzern greift nun zu einer drastischen Maßnahme und drosselt per Zwangs-Update die Leistung der Batterien. Betroffen sind vor allem Geräte, die bereits längere Zeit im Einsatz sind. Google hat mittlerweile offiziell bestätigt, dass eine bestimmte Gruppe von Pixel-6a-Smartphones automatisch in ihrer Akkuleistung eingeschränkt wird. Hintergrund sind mehrere Vorfälle mit überhitzten Geräten und sogar Brandentwicklung. Um weitere Sicherheitsrisiken zu vermeiden, implementiert der Konzern nun eine softwareseitige Begrenzung.
Google dokumentierte zwei konkrete Zwischenfälle: einen im Mai und einen weiteren erst kürzlich. In beiden Fällen überhitzte der Akku des Mittelklasse-Smartphones während des Ladevorgangs. In sozialen Medien häufen sich ähnliche Berichte von Nutzern aus verschiedenen Ländern, darunter auch aus den USA. Die betroffenen Geräte wiesen nach dem Ladevorgang erhebliche Beschädigungen auf. In einem besonders gravierenden Fall kam es zu einem Schmorbrand, nachdem das Smartphone über Nacht an einem Drittanbieter-Ladegerät angeschlossen war.
Ladegerät-Problematik
Eine zentrale Herausforderung liegt darin, dass Google seinen Smartphones standardmäßig keine Ladegeräte mehr beilegt. Nutzer müssen daher selbst entscheiden, welches Netzteil sie verwenden – viele greifen zu Ladegeräten anderer Hersteller, die nicht immer optimal mit dem Pixel 6a harmonieren. Dies erhöht das Risiko technischer Komplikationen erheblich.
Bis das Software-Update vollständig ausgerollt ist, rät Google dringend dazu, ausschließlich Netzteile zu verwenden, die explizit mit dem Pixel 6a kompatibel sind – idealerweise Original-Zubehör des Herstellers. Zudem empfiehlt der Konzern, regelmäßig die Akkugesundheit in den Systemeinstellungen unter dem Menüpunkt „Akku“ zu kontrollieren.
Technische Maßnahmen
Die aktuelle Beta-Version von Android 16 enthält bereits ein entsprechendes Warnsystem: Nach 375 vollständigen Ladezyklen erscheint eine Warnmeldung. Bei Erreichen von 400 Ladezyklen greift das System aktiv ein und reduziert sowohl die maximale Akkukapazität als auch die Ladegeschwindigkeit deutlich.
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Google: „Ein Teil der Pixel-6a-Smartphones benötigt ein verpflichtendes Update, um das Risiko einer Überhitzung des Akkus zu verringern.“ Die betroffenen Nutzer sollen im Verlauf des nächsten Monats detaillierte Anweisungen erhalten. Ergänzend wird eine Support-Webseite mit weiterführenden Informationen eingerichtet.
Die langfristigen Auswirkungen des Updates bleiben vorerst unklar. Beim Vorgängermodell Pixel 4a wurden ähnliche Probleme ebenfalls durch eine Akku-Drosselung adressiert – allerdings erwies sich diese Maßnahme allein als unzureichend. Ob Google für das Pixel 6a einen Akkutausch oder finanzielle Entschädigungen anbieten wird, ist derzeit nicht bekannt.
Bemerkenswert ist zudem, dass laut ersten Informationen auch das kommende Modell Pixel 9a ab einem bestimmten Nutzungszeitraum automatisch in seiner Leistung begrenzt werden soll.