Abnehmen mit Rotwein und Schokolade klingt zu schön, um wahr zu sein. Die Sirt Diät verspricht genau das – doch hinter dem Trend steckt mehr als nur ein verlockendes Versprechen.
Abnehmen ohne auf Genuss zu verzichten – dieses Versprechen macht die Sirt Diät. Das Ernährungskonzept soll nicht nur beim Gewichtsverlust helfen, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden steigern. Das Besondere: Selbst Rotwein und Schokolade sind erlaubt. Doch was steckt hinter diesem Ansatz und hält er, was er verspricht?
Der Name dieser Ernährungsform leitet sich von den sogenannten Sirtuinen ab – Enzyme, die entscheidende Funktionen im Stoffwechsel übernehmen, das Immunsystem stärken und sogar Alterungsprozesse beeinflussen können. Die Entwickler Aidan Goggins und Glen Matten haben ihr Konzept darauf ausgerichtet, diese Sirt-Proteine durch spezifische Nahrungsmittel zu aktivieren – darunter tatsächlich auch die vermeintlichen Sündenfälle Rotwein und Schokolade.
Unbestritten ist, dass die in der Sirt Diät empfohlenen Lebensmittel zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Auch die positive Wirkung der Sirt-Proteine ist wissenschaftlich dokumentiert. Allerdings mangelt es bislang an umfassenden Langzeitstudien, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Diät und der tatsächlichen Aktivierung dieser Proteine belegen könnten. Ernährungsexperten betonen, dass es bisher keine kontrollierten Humanstudien gibt, die einen direkten Zusammenhang zwischen der gezielten Aufnahme von Sirtfoods und einer nachhaltigen Gewichtsabnahme belegen. Da das Ernährungskonzept jedoch auf nährstoffreichen Lebensmitteln basiert und langfristig zu einem bewussteren Ernährungsverhalten anregt, spricht grundsätzlich nichts gegen seine Wirksamkeit – mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass moderate Mengen Rotwein und Schokolade erlaubt bleiben.
Phasen der Diät
Das Programm gliedert sich in drei bis vier aufeinander aufbauende Phasen, die zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung führen sollen. Im Mittelpunkt steht eine pflanzenbasierte Kost mit sekundären Pflanzenstoffen und hochwertigen Fetten. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:
Die erste Phase erstreckt sich über drei Tage mit einer täglichen Kalorienbegrenzung auf 1000 Kalorien, bestehend aus zwei Sirt-Säften und einer Sirt-Mahlzeit.
In der viertägigen zweiten Phase erhöht sich die Kalorienzufuhr auf 1500 Kalorien, verteilt auf zwei Mahlzeiten und zwei Sirt-Smoothies.
Die etwa einwöchige dritte Phase umfasst drei Mahlzeiten und nur noch einen Saft täglich. Ab diesem Zeitpunkt dürfen auch Rotwein und Schokolade mit hohem Kakaoanteil in Maßen genossen werden.
Die vierte Phase repräsentiert die langfristige Ernährungsweise, bei der der Körper bereits an die sekundären Pflanzenstoffe gewöhnt ist und keine bewusste Kalorienreduktion mehr erforderlich sein soll.
Wissenschaftliche Analysen deuten darauf hin, dass die beobachteten kurzfristigen Erfolge der Diät vor allem auf die starke Kalorienreduktion in den ersten Phasen zurückzuführen sind, nicht unbedingt auf die spezielle Wirkung der Sirtuine. Fachleute warnen zudem, dass die sehr niedrige Kalorienzufuhr zu Beginn für viele Menschen schwer durchzuhalten ist und das Risiko eines Jo-Jo-Effekts erhöht.
Empfohlene Lebensmittel
Für diese Ernährungsform spielen sekundäre Pflanzenstoffe eine zentrale Rolle, die in zahlreichen Lebensmitteln vorkommen. Im Obstbereich eignen sich besonders Äpfel, Erdbeeren, Kirschen, Blaubeeren und verschiedene Zitrusfrüchte. Beim Gemüse empfehlen sich Grünkohl, Sellerie, Salat, Brokkoli und Zwiebeln.
Während Weizen und Zucker gemieden werden sollten, passen Quinoa, Buchweizen und Hülsenfrüchte hervorragend ins Konzept. Auch Ingwer, Petersilie, Minze, Zimt, Erdnüsse, Kurkuma sowie kaltgepresstes Olivenöl entsprechen dem Profil. Neben den erwähnten Smoothies und Rotwein sind zudem Kaffee sowie grüner und schwarzer Tee erlaubte Getränke.
Trotz der Behauptungen der Diät-Entwickler gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die Sirt-Diät zu einem nachhaltigen Muskelaufbau ohne begleitende körperliche Aktivität führt. Die gesundheitsförderlichen Effekte der empfohlenen Lebensmittel stehen jedoch außer Frage – viele der Sirtfoods sind reich an Antioxidantien und Ballaststoffen und passen gut in eine ausgewogene Ernährung.