Seit Ende Juni häufen sich die Warnungen des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) vor gefälschten SMS-Nachrichten, die im Namen der Behörde verschickt werden. Die betrügerischen Mitteilungen suggerieren angeblich offene Forderungen und drohen mit Pfändungen, sollte keine sofortige Zahlung erfolgen.
Die in den Nachrichten enthaltenen Links führen zu täuschend echt wirkenden Webseiten im Stil von „FinanzOnline“, wo arglose Nutzer zur Eingabe persönlicher Daten und Zahlungsinformationen verleitet werden sollen. Das BMF stellt unmissverständlich klar: Es handelt sich um einen Betrugsversuch. Die Finanzbehörde kommuniziert mit Bürgern ausschließlich über offizielle Bescheide per Post oder über die FinanzOnline Databox und fordert niemals zur Preisgabe sensibler Informationen wie Passwörter oder Kontodaten auf.
Die Betrugsversuche nehmen in Österreich spürbar zu. Aktuell kursieren wieder betrügerische SMS-Nachrichten, wie auch Leser des Portals 5-Minuten berichten. Die Kriminellen werden dabei immer einfallsreicher und dreister. Mit verschiedenen Täuschungsmanövern versuchen sie, an Geld und persönliche Daten der Österreicherinnen und Österreicher zu gelangen. Das Repertoire reicht von der „Hallo Mama/Papa“-Masche über gefälschte Bonuspunkte-Webseiten bis hin zum „Medizintrick“ oder vorgetäuschten Auszahlungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
Auch aus der Leserschaft von 5-Minuten werden regelmäßig solche Betrugsversuche gemeldet, sei es per E-Mail oder SMS. Ein Leser aus Kärnten erhielt kürzlich eine angebliche „Forderung des BMF“ mit der Aufforderung, einen Link anzuklicken, um eine drohende „Pfändung“ abzuwenden. Wer in solchen Situationen nicht aufmerksam ist und den Betrug nicht erkennt, riskiert erhebliche Konsequenzen.
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Typische Betrugsmaschen
Phishing-Attacken folgen typischerweise einem charakteristischen Ablauf: Der Kontakt wird über digitale Kommunikationswege wie SMS, E-Mail oder Messenger hergestellt. Die Betrüger präsentieren sich als vertrauenswürdige Institution, Unternehmen oder Behörde. Ihr Ziel ist es, das Vertrauen der Empfänger zu gewinnen und sie zur Offenlegung vertraulicher Informationen zu bewegen – darunter Passwörter, Kreditkartendaten oder Zugangsinformationen zu Online-Konten.
Das Finanzministerium warnt besonders vor einem Betrug, bei dem sich Täter als Kinder oder Enkelkinder ausgeben und über WhatsApp oder SMS um Hilfe bitten. Die Empfehlung lautet: Nicht auf solche Nachrichten antworten, sondern stattdessen die Familienangehörigen über die bekannten Kontaktwege erreichen und nachfragen. Keinesfalls sollte man über die in der Nachricht angegebene Nummer antworten. Verdächtige SMS können bei rufnummernmissbrauch.at gemeldet werden, gegebenenfalls empfiehlt sich auch eine Anzeige.
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Schutzmaßnahmen beachten
Besonders perfide agieren Betrüger beim sogenannten „Medizintrick“: Ein vermeintlicher Arzt meldet sich telefonisch und berichtet von einer schweren Erkrankung – meist Darmkrebs – eines nahen Angehörigen. Für angeblich dringend benötigte Medikamente wird eine hohe Geldsumme gefordert. Die Opfer werden massiv unter Druck gesetzt und zu einer sofortigen Geldübergabe gedrängt. Die Täter tarnen sich dabei als Klinikpersonal oder Ärzte.
Bei verdächtigen Nachrichten gilt grundsätzlich: Keinesfalls den darin enthaltenen Anweisungen folgen. Auf Links oder angehängte Dateien nicht klicken. Keine persönlichen Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen preisgeben. Das BMF rät zudem, solche SMS- und E-Mail-Nachrichten umgehend zu löschen.
Alarmierende Zahlen zu Phishing-Betrügereien
Allein im ersten Quartal 2025 wurden in Österreich bereits über 6.000 Fälle von Phishing-Attacken gemeldet, wobei der Großteil auf gefälschte Finanzamt-Mails und -SMS entfiel. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind dramatisch: Die Schadenssumme durch derartige Betrugsversuche ist laut Experten innerhalb eines Jahres um mehr als 40 Prozent gestiegen.
Besonders besorgniserregend ist, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional häufig betroffen sind. Laut aktuellen Erhebungen zählen vor allem ältere Menschen und Zugewanderte aus dem Balkanraum zu den häufigsten Opfern solcher Betrugsversuche.
Das Bundesministerium für Finanzen bekräftigt in seinen aktuellen Warnhinweisen nochmals: Offizielle Mitteilungen werden ausschließlich per Post oder über die FinanzOnline-Databox zugestellt – niemals per SMS mit Zahlungsaufforderungen oder Links.
Weiterführende Informationen zur Warnung des Bundesministeriums für Finanzen sind online verfügbar.