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RIP

Connie Francis: „Pretty Little Baby“-Sängerin ist tot!

Connie Francis: „Pretty Little Baby“-Sängerin ist tot!
FOTO: Wikimedia Commons/ABC Television
5 Min. Lesezeit |

Von der Bühne zum TikTok-Star: Die Stimme hinter „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ ist verstummt. Connie Francis‘ bewegtes Leben endete mit 87 Jahren.

Die US-Sängerin Connie Francis ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren verstorben. Ihr Manager Ron Roberts gab die traurige Nachricht über Facebook bekannt: „Mit schwerem Herzen und extremer Traurigkeit teile ich euch mit, dass meine liebe Freundin Connie Francis letzte Nacht gestorben ist.“ Die als Concetta Rosa Maria Franconero geborene Künstlerin erlangte in den 1960er Jahren im deutschsprachigen Raum mit Hits wie „Schöner fremder Mann“ und „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ große Popularität. Obwohl es in späteren Jahren stiller um die New Yorkerin wurde, erlebte sie zuletzt noch einen unerwarteten Erfolg auf der Plattform TikTok.

Die Tochter italoamerikanischer Einwanderer stieg in den 60er Jahren zum internationalen Superstar auf. Bereits als Kind trat sie auf kleineren Bühnen und im Fernsehen auf. Mit der Single „Who’s Sorry Now?“ gelang ihr 1957 der entscheidende Durchbruch, der ihre Karriere in Schwung brachte. „Das war dann ein kosmischer Moment für mich. Ein Moment, den ich nie vergessen werde, weil ich innerhalb von fünf Sekunden wusste, dass mein Leben nie mehr dasselbe sein würde“, erklärte sie gegenüber Fox News.

In den folgenden sechs Jahren platzierte sie 35 Songs in den Top 40 der US-Charts, wobei drei davon die Spitzenposition erreichten: „Everybody’s Somebody’s Fool“, „My Heart Has a Mind of Its Own“ und „Don’t Break the Heart that Loves You“.

Internationale Erfolge

Als eine der Pionierinnen veröffentlichte Francis ihre Lieder auch in zahlreichen anderen Sprachen, was ihre internationale Bekanntheit erheblich steigerte. In den 60er Jahren nahm die Künstlerin Platten in mehr als zehn verschiedenen Sprachen auf, darunter Japanisch, Französisch, Griechisch, Schwedisch, Spanisch, Portugiesisch und Niederländisch. So wurde beispielsweise aus „Everybody’s Somebody’s Fool“ der deutsche Hit „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“.

Ihr musikalisches Spektrum umfasste neben Schlagern auch Countrymusik, Jazz sowie jüdische und irische Volkslieder.

Den Erfolg der 60er Jahre konnte Francis im darauffolgenden Jahrzehnt nicht fortsetzen. „Als die Beatles kamen, waren wir alle am Ende, sogar Elvis“, äußerte sie gegenüber CNN. Ein Comeback-Versuch im Jahr 1974 wurde durch ein traumatisches Ereignis überschattet: In einem Hotel nahe New York wurde sie überfallen und vergewaltigt.

Persönliche Schicksalsschläge

Der Täter wurde nie gefasst. Francis verklagte die Hotelkette wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen und erhielt mehrere Millionen Dollar Schadenersatz. In derselben Lebensphase wurde ihre Tante ermordet und ihr Bruder George vor seinem Haus von der Mafia erschossen.

Nach einem missglückten medizinischen Eingriff konnte sie mehrere Jahre nicht singen und kämpfte seither mit psychischen Problemen. „Die Sache, die mich gerettet hat, war mein Sinn für Humor“, so Francis.

Viermal verheiratet und viermal geschieden – teilweise aufgrund häuslicher Gewalt – blieb Francis die Verbindung mit ihrer großen Liebe Bobby Darin verwehrt. Ihr Vater lehnte die Beziehung zum Entertainer ab und soll ihn sogar mit einer Waffe bedroht haben. Darin heiratete später die Schauspielerin Sandra Dee.

„Wenn ich mir über die Auswahl meiner Ehemänner so viele Gedanken gemacht hätte wie über meine Shows in Las Vegas, dann wäre alles in Ordnung gewesen. Aber mein Privatleben stand immer im Schatten meiner Karriere“, reflektierte Francis.

Auch politisch engagierte sich die Sängerin. Sie unterstützte 1968 Richard Nixons Wahlkampagne mit dem eigens komponierten Song „Nixon’s the One“. Unter Präsident Ronald Reagan wurde sie zur Vorsitzenden seiner Taskforce gegen Gewaltverbrechen ernannt. Zudem setzte sie sich für UNICEF ein.

Renaissance durch soziale Medien

Im fortgeschrittenen Alter erlebte Francis noch ein unverhofftes Comeback in den sozialen Medien. Ihr 1962 erschienener Song „Pretty Little Baby“ entwickelte sich auf TikTok zu einem viralen Hit. „Ich habe diesen Song vor 63 Jahren aufgenommen, und zu wissen, dass eine ganz neue Generation jetzt weiß, wer ich bin und meine Musik kennt, ist aufregend für mich“, verriet Francis dem „People“-Magazin. „Um ehrlich zu sein: Ich konnte mich nicht einmal an den Song erinnern.“

Was in ihrer Aussage bescheiden klingt, entwickelte sich zu einem der größten TikTok-Phänomene der letzten Jahre. „Pretty Little Baby“ erreichte über 27 Milliarden Aufrufe und inspirierte mehr als 17 Millionen Video-Creates auf der Plattform – darunter Beiträge von Prominenten wie Kim Kardashian und Kylie Jenner. Die 87-Jährige reagierte auf den unerwarteten Erfolg mit einem eigenen TikTok-Account und bedankte sich in einer emotionalen Videobotschaft für die generationsübergreifende Wiederentdeckung ihres musikalischen Erbes.

Besonders bemerkenswert: Im Zuge des TikTok-Hypes wurden erstmals internationale Versionen von „Pretty Little Baby“ digital veröffentlicht – darunter Aufnahmen auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch und Japanisch aus den 1960er Jahren. Diese Neuveröffentlichungen ermöglichten einer jungen, globalen Zielgruppe, die einzigartige Vielsprachigkeit der Künstlerin zu entdecken und trugen maßgeblich zu ihrem späten Social-Media-Comeback bei.

Sie hinterlässt einen Adoptivsohn.

Zuletzt war Francis gesundheitlich stark beeinträchtigt und verbrachte aufgrund einer Beckenfraktur viel Zeit im Krankenhaus.

Über die sozialen Netzwerke hielt sie ihre Anhänger über ihren Gesundheitszustand auf dem Laufenden.

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KO KOSMO-Redaktion
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