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Katastropheneinsatz

Flammeninferno in Montenegro: 24 Tote bei Waldbränden

Flammeninferno in Montenegro: 24 Tote bei Waldbränden
FOTO: X/@cafemontenegro
4 Min. Lesezeit |

Während Flammen durch die Balkanländer rasen, kämpfen 54 niederösterreichische Feuerwehrleute in Montenegro gegen die Zeit und Temperaturen von 39 Grad.

Seit Tagen wüten verheerende Waldbrände in Montenegro, Kroatien und Albanien. Die extremen Temperaturen von nahezu 40 Grad in Kombination mit böigen Winden verschärfen die kritische Situation erheblich. Die Flammen breiten sich rasant durch die ausgetrocknete Vegetation aus, während Löschflugzeuge und Bodentruppen unermüdlich gegen die immer wieder aufflammenden Brandherde kämpfen.

Die niederösterreichischen Hilfskräfte wurden am Mittwoch entsandt und erreichten Danilovgrad in Montenegro am Donnerstag um 3.30 Uhr. Der niederösterreichische Landesfeuerwehrverband teilte mit: „Keine Verschnaufpause – bereits um 8.00 Uhr folgte das erste große Teamleiter-Meeting mit den örtlichen Einsatzkräften und Behörden“, bei dem unsere Führungskräfte gemeinsam die nächsten entscheidenden Schritte planten.

Die Bilanz der Waldbrände zeigt sich weniger dramatisch als zunächst befürchtet: Aktuell bestätigten die Behörden zwei Todesopfer – je einen in Montenegro und Albanien. In Montenegro verunglückte ein Soldat tödlich, als bei Löscharbeiten ein Wassertank umkippte und auf ihn stürzte. Diese korrigierten Opferzahlen zeigen, dass erste Meldungen übertrieben waren. Seit Donnerstag unterstützen 54 Feuerwehrleute aus dem Bezirk Hollabrunn die erschöpften lokalen Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der immer wieder aufflammenden Brandherde. Insgesamt beteiligt sich Österreich mit 180 Einsatzkräften an den Löscharbeiten.

Der Einsatz erfolgt im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens, das bereits 16 Mal in der aktuellen Brandsaison aktiviert wurde – so oft wie im gesamten Vorjahr. Für Montenegro und Albanien wurden gezielt rescEU-Luftressourcen und internationale Löschteams mobilisiert.

⇢ Hubschrauber im Einsatz: Flammeninferno in Montenegro (VIDEO)

Einsatz vor Ort

Die Leitung des Teams liegt in den Händen des Hollabrunner Bezirksfeuerwehrkommandanten Alois Zaussinger. Im Gespräch berichtet er von der aktuellen Lage: „Die Ersten sind jetzt schon im Einsatz und packen fest mit an. Wir haben unsere Feuerwehrmänner in zwei Gruppen geteilt: Die einen löschen Brandherde, die anderen kümmern sich um den Schutz von Objekten, also Häusern.“

Die Einsatzbedingungen gestalten sich äußerst schwierig. Zaussinger erklärt: „Die Temperatur ist das große Problem, es hat ja wirklich 39 Grad bis spät abends und der starke Wind, der eben diese unzähligen kleinen Brände, die Vegetationsbrände, anfacht und einfach größer werden lässt, und dadurch Häuser und Infrastruktur bedroht, und das wird unsere heutige Aufgabe sein.“

Die Einsatzkräfte sind in einer Polizeischule nahe Podgorica untergebracht und rücken von dort direkt zu den Brandherden aus. Bei einer ersten Erkundung wurde die unmittelbare Bedrohung für die Bevölkerung deutlich: Am Stadtrand der Hauptstadt musste eine ältere Frau selbst zur Brandbekämpfung schreiten und ging mit einem Löschrucksack entschlossen in Richtung ihres Hauses, um es vor den Flammen zu schützen.

Extreme Gefahren

Der Landesfeuerwehrverband Niederösterreich warnt vor den extremen Gefahren: „Wie unser Guide vor Ort berichtete, kommt es immer wieder zu hochgefährlichen Situationen, in denen Einsatzkräfte von den Flammen eingeschlossen werden. Darum gilt für unsere Feuerwehrleute derzeit nicht nur der Kampf gegen das Feuer, sondern auch höchste Achtsamkeit auf den eigenen Selbstschutz.“

Einsatzleiter Zaussinger rechnet mit vielfältigen Herausforderungen: „Ich denke, wir werden heute vielfältige Aufgaben haben: einerseits wirklich zu löschen, aber andererseits auch Häuser zu schützen und es wird uns vielleicht einiges anderes auch noch erwarten.“

Die Dauer des Auslandseinsatzes bleibt vorerst ungewiss. Die Mannschaft ist zunächst für eine Woche ausgestattet.

Erst die Entwicklungen der kommenden Tage werden zeigen, ob nach diesem Zeitraum eine Ablösung erforderlich wird oder ob der Einsatz früher beendet werden kann.

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KO KOSMO-Redaktion
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