Während Vucic die Proteste in Belgrad als unbedeutend abtut, eskalierte die Lage in Novi Sad mit einem Angriff auf das SNS-Parteigebäude.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat die jüngsten Proteste in Belgrad als zahlenmäßig unbedeutend bezeichnet. Nach seinen Angaben nahmen weniger als 3.100 Menschen an den Demonstrationen teil. Internationale Medienberichte bestätigen die angespannte Lage: Bei den Protesten in Belgrad und Novi Sad wurden mindestens 16 Polizisten verletzt, nachdem sowohl Demonstranten als auch SNS-Anhänger mit Pyrotechnik, Steinen und Flaschen aufeinander losgingen. Gleichzeitig kündigte das Staatsoberhaupt an, dass die Behörden mehr Personen festnehmen werden als bei den Protesten am Vortag.
In Novi Sad eskalierte die Lage, als Demonstranten nach einer Versammlung vor dem Gebäude des Sicherheits- und Informationsdienstes am Boulevard der Befreiung zu den Räumlichkeiten der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) zogen. Dort zertrümmerten sie Fensterscheiben und drangen in das Parteigebäude ein. Medienberichten zufolge waren mindestens zwei SNS-Parteibüros von den Übergriffen betroffen, wobei Demonstranten auch Gegenstände aus den Gebäuden entfernten.
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Eskalation in Novi Sad
„Einige staatliche Stellen waren nicht imstande, angemessen zu reagieren“, erklärte Vucic in einem Interview mit dem Fernsehsender Informer zum Vorfall in Novi Sad. Er fügte hinzu: „Glücklicherweise befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Parteimitglieder in den Räumlichkeiten.“ Die Polizei setzte Tränengas ein, um die chaotische Lage zu beruhigen, wobei über 120 SNS-Anhänger verletzt wurden.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Der Präsident wies darauf hin, dass die militärpolizeiliche Spezialeinheit „Kobra“ inzwischen auch den früheren Staatspräsidenten Boris Tadic schütze – in gleicher Weise wie SNS-Vorsitzenden Milos Vucevic, der am Vorabend bei Protesten in Novi Sad Personenschutz erhielt. Nach bisherigem Stand wurden vier Personen festgenommen und ein Mitarbeiter der Behörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität verletzt.
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Vucic versicherte, der Staat werde künftig entschlossener gegen solche Vorfälle vorgehen.